Jahresüberschuss

EWE schließt Geschäftsjahr erfolgreich ab

Der Energiekonzern EWE hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr seinen Gewinn trotz rückläufigem Strom- und Erdgasabsatz auf über 250 Millionen Euro verdoppeln können. Mit der Übernahme von Anteilen des türkischen Energieversorgers Bursagaz A.S will das Unternehmen sein Auslandgeschäft weiter ausbauen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Oldenburg (red) - EWE konnte im vergangenen Geschäftjahr seinen Konzernumsatz um 21 Prozent auf 9,0 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 62 Prozent auf 532,4 Millionen Euro. Der Konzernjahresüberschuss betrug 256,9 Millionen Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt (128,4 Millionen Euro). Der Vorstand plant eine Dividendenausschüttung von 60 Millionen Euro.

Im Berichtszeitraum stieg der Umsatz im Segment Energie um 16,6 Prozent von 3,5 auf 4,1 Milliarden Euro. Das Umsatzplus ist laut EWE vor allem auf die höheren Abgabepreise für Erdgas zurückzuführen. Grund dafür waren die gestiegenen Primärenergiepreise, die sich erheblich auf die Erdgasbezugskosten auswirkten und im Februar und November 2006 zu Preisanpassungen führten. Der Stromabsatz sank leicht gegenüber dem Vorjahreswert auf 13,6 Milliarden Kilowattstunden, auch der Gasabsatz war aufgrund des milden Wetters in der zweiten Jahreshälfte mit 40,1 Milliarden Kilowattstunden ebenfalls rückläufig.

"Kennzeichnend für das Geschäftsjahr 2006 waren der erhöhte Regulierungsdruck und gestiegene Bezugskosten für Erdgas", so Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Im kommenden Jahr werde sich der Druck auf die Rentabilität des Energiegeschäfts weiter erhöhen, zum einen durch die erheblichen Belastungen aus der Regulierung der Strom- und Gasnetzentgelte und den zunehmenden Verdrängungswettbewerb durch Billiganbieter.

"EWE sieht sich mit seinen wettbewerbsfähigen Preisen und der guten Kundenkenntnis für diesen Wettbewerb aber gut aufgestellt", sagte der EWE-Chef. Das Unternehmen erwarte für 2007 und 2008 moderate Umsatzsteigerungen bei leicht rückläufigen Ergebnissen.

Beteiligung an türkischem Erdgasversorger

Darüber hinaus möchte der Oldenburger Energiekonzern EWE durch die Beteiligung an dem zur Calik-Holding gehörenden türkischen Energieversorger Bursagaz A.S weiter wachsen. Die Zusammenarbeit wurde von den EWE-Vorständen Dr. Werner Brinker und Heiko Harms sowie dem Vorstandsvorsitzenden des Calik-Konzerns, Ahmet Calik, diese Woche auf der Hannover Messe noch einmal bekräftigt. Die beiden Unternehmen erklärten, in Zukunft auf den Gebieten Energie und Telekommunikation zusammenarbeiten zu wollen. Bereits in der vergangenen Woche hatte EWE die Übernahme von 39,9 Prozent der Anteilen an dem türkischen Erdgasunternehmen bekannt gegeben.

"Mit dem Einstieg bei Bursagaz bauen wir unser Auslandsgeschäft konsequent aus“, erklärte Brinker. Auf diese Weise stärke EWE nicht nur seine Energiesparte, sondern trage auch dazu bei, die Türkei noch stärker an die europäischen Energiemärkte und Infrastrukturen heranzuführen.