Ausbau im regenerativen Energiesektor

EWE: Planungsbeteiligung für Bioethanol-Anlage

Die Oldenburger EWE AG beteiligt sich erstmals an der Planung für den Bau einer Bioethanol-Produktionsanlage. Das Investitionsvolumen beläuft sich nach Unternehmensangaben auf rund 85 Millionen Euro. Mit 22 Prozent gehört EWE zu den größten der insgesamt acht Anteilseigner.

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Oldenburg (red) - "Nach Prüfung der technischen Voraussetzungen werden wir entscheiden, ob wir uns über die Planung hinaus auch an dem Bau beteiligen", erläutert EWE-Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Brinker. Die Anlage, die auf dem Hafengelände in Papenburg gebaut werden soll, wird voraussichtlich 2008 ihren Betrieb aufnehmen. Die weiteren Gesellschafter in der Kooperation sind mittelständische Unternehmen aus der Region.

Die Bioethanol-Produktion ist Brinker zufolge "ein Geschäftsfeld mit großem Potenzial" – vor allem vor dem Hintergrund der gesetzlich festgeschriebenen Kohlendioxid-Minderungsziele. "Mit Bioethanol würden wir neben Erdgas einen weiteren schadstoffarmen Kraftstoff fördern", so Brinker. Seit 1998 bietet EWE bereits Erdgas als Kraftstoff an und stellt heute rund acht Prozent der Erdgastankstellen in Deutschland.

Bioethanol wird aus stärkehaltigen Pflanzen (Weizen, Roggen, Mais) oder aus Zuckerrohr und -rüben gewonnen. In Deutschland wurden 2005 rund 53 Millionen Tonnen Kraftstoffe verbraucht, der Anteil von Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen betrug 2 Prozent. Dieser Anteil soll ausgebaut werden, um die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor weiter zu reduzieren. Deshalb sind die Mitgliedsstaaten der EU verpflichtet, bis 2010 herkömmliche Kraftstoffe mindestens zu 5,75 Prozent durch Biokraftstoffe zu ersetzen. Jedes benzinbetriebene Fahrzeug kann Kraftstoff tanken, der bis zu fünf Prozent Bioethanol enthält. Zudem entwickeln Fahrzeughersteller derzeit Motoren, die speziell auf den Betrieb mit Ethanol abgestimmt sind.

Im August erwarb EWE eine Biogasanlage in Werlte (Landkreis Emsland), an der das Unternehmen bereits zuvor mit 17 Prozent beteiligt war. Die zwei angeschlossenen Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von rund 2,5 Megawatt erzeugen Strom aus jährlich rund 110.000 Tonnen Gülle und Reststoffen aus der Lebensmittelproduktion. Insgesamt betreibt EWE derzeit drei Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 5,6 Megawatt. Die Anlagen in Werlte, Wittmund und in der Gemeinde Surwold bilden einen Verbund, der den Biomasselieferanten Entsorgungssicherheit bietet, da beim Stillstand einer Anlage die übrigen Anlagen zur Verfügung stehen. Eine weitere Anlage in Nordholz, an der EWE beteiligt ist, erzeugt Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen.

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