Hohe Investitionen

EWE nimmt ostdeutschen Erdgasspeicher 2006 in Betrieb

Der Oldenburger Energieversorger EWE AG will im kommenden Jahr den ersten Abschnitt des umstrittenen Erdgasspeichers Rüdersdorf in Betrieb nehmen. "Wir gehen davon aus, dass die erste von vier Kavernen noch 2006 in Betrieb geht", kündigte Vorstandschef Werner Brinker heute in Strausberg an.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Strausberg (ddp-lbg/sm) - In den knapp 1000 Meter tief liegenden Salzstöcken will der Energiekonzern Erdgas zwischenlagern, das zu günstigen Sommerpreisen eingekauft und dann im Winter ins Netz eingespeist werden soll. Jede der vier Kavernen habe eine Kapazität von rund 75 Millionen Kubikmetern.

Die EWE investierte bisher knapp 65 Millionen Euro in den Speicher, wie Brinker weiter sagte. Der Genehmigungsprozess und auch der Abtransport der aus den unterirdischen Hohlräumen abgepumpten Sole über eine Leitung in das 47 Kilometer entfernte Heckelberg seien "sehr zeitaufwändig" gewesen. Mittlerweile lägen alle Genehmigungen vor. Gegen den Speicher hatten jahrelang Umweltschützer und Anwohner protestiert, die vor allem die Nähe der Kavernen zu Wohngebieten beunruhigt.

Nach Brinkers Angaben gehört die EWE zu den größten Investoren in Brandenburg. Seit Anfang der 90er Jahre seien 733 Millionen Euro in den Ausbau des Gasnetzes in Ostbrandenburg und auf Rügen geflossen. Allein im vergangenen Jahr seien einschließlich des geplanten Gasspeichers 22,4 Millionen Euro investiert worden. Der Erdgasabsatz sei von 8,92 Milliarden (2003) auf 9,67 Milliarden Kilowattstunden gestiegen.

Heute versorgt die EWE in Ostbrandenburg zwischen Uckermark, der Oder-Spree-Region und Teltow-Fläming sowie auf Rügen knapp 169 000 Kunden mit Erdgas, sagte Brinker. Das sei ein Zuwachs um knapp 15 000 Haushalte seit 2003. Mit insgesamt 534 Gemeinden - die Zahl stammt aus Zählungen vor der Gemeindereform - hat der Konzern Konzessionsverträge abgeschlossen. Hinzu kämen 54 000 Haushalte, die Wärmelieferungen von der EWE erhalten, Ende 2003 waren das erst 40 000 Kunden gewesen.

Zu den Wachstumsmärkten zählte Brinker auch Polen. Im vergangenen Jahr seien 32 Millionen Euro in die Gasversorgung der westpolnischen Grenz-Wojewodschaft Lebuser Land investiert worden. Die EWE Polska versorge heute 32 Gemeinden zwischen der Frankfurter Nachbarstadt Slubice und dem knapp 60 Kilometer weiter östlich gelegenen Miedzyrzecz mit Gas. Die EWE hatte 1999 als erster ausländischer Gasversorger eine Konzession für den polnischen Markt erhalten.

Von Jörg Schreiber