Steigende Kosten

Evonik verschiebt Kraftwerksbau in Herne

Evonik hat wegen steigender Kosten den Bau eines weiteren Steinkohlekraftwerksblocks in Herne verschoben. Das Projekt werde wegen hoher Preise sowie wegen der von der EU-Kommission vorgeschlagenen vollständigen Versteigerung von CO2-Zertifikaten auch für Neuanlagen nach 2012 verschoben.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Herne/Essen (ddp-nrw/sm) - Der geplante Kraftwerksblock sollte eigentlich mit einer Nettoleistung von 750 Megawatt und einem Investitionsvolumen von mehr als 800 Millionen Euro gebaut werden.

"Evonik hält die Option für die Realisierung des Projektes für die beteiligten kommunalen Partner offen", teilte der Konzern mit. Die Evonik Industries AG war im vergangenen Jahr aus der RAG (frühere Ruhrkohle) hervorgegangen. Das Unternehmen und seine Vorgänger betreiben bereits seit 1962 Kohlekraftwerke in Herne. Der neue Kraftwerksblock in Herne sollte ursprünglich 2011 ans Netz gehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die Verschiebung des Kraftwerksbaus und forderte einen vollständigen Verzicht auf das Projekt. "Damit würden der Atmosphäre langfristig Kohlendioxid-Emissionen von jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen erspart", teilte der NRW-Landesverband der Umweltschützer mit. Das eingesparte Geld solle besser in Klimaschutzprogramme und Stromspar-Technologien investiert werden, forderte der BUND.