Neue Studie

EVO-Chef Trautmann: Günstige Tarife allein genügen nicht zum Überleben im Wettbewerb

Eine stimmige Markenstrategie kann die Wettbewerbsfähigkeit und somit den Fortbestand des Unternehmens sichern. Sie vermittelt Sicherheit, erzeugt Vertrauen und erfüllt Prestigewünsche, schreibt der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Offenbach in einer Studie, die er gemeinsam mit Martina Peuser und Klaus-Peter Wiedmann vorgelegt hat.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

"Die Liberalisierung hat den Strommarkt in Bewegung gebracht – Energieversorger stehen unter Druck. Wer dem ruinösen Preiskampf mit aggressiven Kontrahenten entgehen will, muss ein Markenprofil entwickeln, das sich von der Konkurrenz abhebt und dem Kunden verdeutlicht, warum sich die Entscheidung zugunsten einer bestimmten Energiemarke lohnt." Diese Meinung vertritt Karl-Heinz Trautmann, Vorstandsvorsitzender der zur MVV Energie AG gehörenden Energieversorgung Offenbach AG (EVO). Eine stimmige Markenstrategie kann ihm zufolge die Wettbewerbsfähigkeit und somit den Fortbestand des Unternehmens sichern. Gleichwohl hätten sich die meisten Energieversorger noch nicht ausreichend auf dem Markt positioniert.

Ein günstiger Strompreis allein jedenfalls genüge nicht für das Überleben im entfesselten Wettbewerb, legte Trautmann nach. Mehr und mehr spielten auch Image und Präsenz des Energieversorgers in der Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Auch auf dem Strommarkt orientierten sich Kunden zunehmend an Marken – sie vermittelten Sicherheit, erzeugten Vertrauen und erfüllten Prestigewünsche, schreibt der Vorstandsvorsitzende in einer Studie, die er gemeinsam mit der Diplom-Ökonomin Martina Peuser und dem Marketing-Professor Klaus-Peter Wiedmann aus Hannover vorgelegt hat. Fachleuten soll die Arbeit bei einer Tagung des "Center for Energy Management" an der Universität Hannover am 23. und 24. April vorgestellt werden.

Selbst die als austauschbar empfundenen Produkte rund um die Energie könnten mit Leben gefüllt und mit individuellen Merkmalen ausgestattet werden, was wiederum das Interesse der Kundschaft steigere. Die Energieversorger könnten unter anderem stärker auf Emotionen bei ihren Produkten setzen oder sich als kompetente Dienstleister vermarkten. Regional verwurzelte Unternehmen sollten auf ihre Nähe zum Kunden hinweisen; auch soziale und ökologische Aspekte ließen sich gut vermitteln. Der Erfolg spreche für sich: Energieversorger mit Markenstrategie hätten weniger Kunden verloren als Mitbewerber, die einzig und allein auf ihren günstigen Preis setzten.