EVO-Bilanz 2000: Wachstum durch neue Partnerschaft

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Mit einem gutem Ergebnis hat die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) das Rumpfgeschäftsjahr 2000 abgeschlossen. Gleichzeitig wurden durch den Verkauf der Aktienmehrheit (50 Prozent und 1 Aktie) an die MVV Energie AG in Mannheim wesentliche Weichen für die weitere Unternehmensentwicklung gestellt.


Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Jahresüberschuss von 18,9 Millionen Mark im Geschäftsjahr 1999 um 1,3 Millionen Mark auf 20,2 Millionen Mark im Rumpfgeschäftsjahr 2000. "Dieses Ergebnis ist besonders erfreulich, da die EVO in einem kürzeren Zeitraum einen höheren Überschuss erzielt hat", betonte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Trautmann. Ausschlaggebend für dieses Ergebnis seien die Erträge einzelner Geschäftsbereiche, aber auch die Auflösung von Rückstellungen und steuerliche Effekte gewesen, so Trautmann weiter. Aufgrund des Aktienverkaufs wurde eine Angleichung an das Geschäftsjahr des neuen Mutterkonzerns MVV Energie AG erforderlich. Dadurch ergab sich im Jahr 2000 ein Rumpfgeschäftsjahr von nur neun Monaten gegenüber einem vollen Geschäftsjahr von zwölf Monaten im Jahr 1999. Nach Entnahme von etwa 6,7 Millionen Mark aus Gewinnrücklagen und einem Gewinnvortrag von knapp einer halben Millionen Mark beläuft sich der Bilanzgewinn auf 27,3 Millionen Mark. Dieser Betrag wird in voller Höhe an die Aktionäre der EVO ausgeschüttet bei einer Dividende von 1,50 Mark pro Aktie.


"Die Geschäftspolitik der EVO war in den vergangenen zwei Jahren auf die Gewinnung von Neukunden auch außerhalb des bisherigen Versorgungsgebietes ausgerichtet. Durch günstige Preiskonditionen konnten etwa 3500 neue Verträge erfolgreich abgeschlossen werden", bilanzierte Trautmann. Da die Preissenkungen des Vorjahres im Rumpfgeschäftsjahr 2000 in vollem Umfang wirksam wurden, sanken die Umsatzerlöse aus dem Hauptgeschäftsfeld der EVO überproportional um etwa 36 Prozent von etwa 280 Millionen Mark (Januar bis Dezember 1999) auf etwa 180 Millionen Mark (Januar bis September 2000). Zukünftig werde man die Preise den sich permanent verändernden Marktanforderungen anpassen, kündigte Trautmann an. Die EVO versorgt derzeit insgesamt 160 000 Kunden in Stadt und Kreis Offenbach sowie außerhalb des Versorgungsgebietes mit Strom. Für die Stadtwerke Langen, Mühlheim/Main, Dreieich und Neu-Isenburg ist das Unternehmen als Vorlieferant tätig. Die Investitionstätigkeit der EVO belief sich im Rumpfgeschäftsjahr auf etwa 21 Millionen Mark, wobei die Bereiche Strom- und Trinkwasserversorgung mit je sechs Millionen Mark die jeweils größten Anteile umsetzten. Die gesamten Investitionen bewegten sich in etwa auf der Hälfte der Vorjahre, erläuterte der technische Vorstand der EVO, Dr. Kurt Hunsänger. Daraus werde ersichtlich, dass bei der Kostenentwicklung enge Maßstäbe angelegt wurden. Des weiteren fehlten für die Umsetzung von Maßnahmen auch drei Monate im Geschäftsjahr.


"Powerline-Communication" - eine Technik, mit der Stromkunden an jeder Steckdose auf das Internet zugreifen können, wird bereits auf dem diesjährigen Hessentag der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit PLC werden Daten um ein Vielfaches schneller als mit ISDN übertragen und eine permanente Verbindung in das Datennetz ermöglicht. Hier könne die EVO auf die Erfahrungen der MVV zurückgreifen, die diese neue Technik in einem erfolgreichen Feldversuch zur Serienreife gebracht haben", berichtete Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Trautmann. "Powerline soll so schnell wie möglich auch in Rhein-Main starten." Die Entwicklung des E-Business ist ebenfalls für die nächsten Monate geplant. Mit der OF-Line.com bietet die EVO ab dem Frühsommer einen regionalen Internet-Marktplatz für Geschäftskunden, Ärzte, Vereine und Behörden. Das Investitionsvolumen der EVO ist auf den Wachstumskurs bereits heute abgestimmt und beträgt für das laufende Geschäftsjahr etwa 80 Millionen Mark, berichtete Hunsänger. Der größte Anteil, etwa 20 Millionen Mark, wird für den Bereich der Stromversorgung veranschlagt; hiermit kann kurzfristig für die Marktanforderungen von Telehäusern in Offenbach schnell und effizient eine gesicherte Stromversorgung bereit gestellt werden. Ziel der gesamten Maßnahmen sei es, so Vorstandsvorsitzender Trautmann, eine Führungsrolle im Rhein-Main-Gebiet zu übernehmen.