Statistik

Eurostat: Gaspreise in EU-25 rapide gestiegen

Die Brutto-Gaspreise für Haushalte in der EU-25 sind im vergangenen Jahr durchschnittlich um 16 Prozent gestiegen, die Preise für die Industrie (ohne Mehrwertsteuer) im selben Zeitraum um 33 Prozent. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat nach Auswertung der Daten (1/2005 bis 1/2006) mit.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (red) - Betrachtet man den Zeitraum Januar 2000 bis Januar 2006 so haben die Gaspreise in der EU-15 für die Haushalte um insgesamt 34 Prozent und für die Industrie um 92 Prozent zugelegt. Dabei folgten sie demselben Muster: Nach einem steilen Anstieg im Jahr 2000 folgten vier Jahre mit relativen stabilen Preisen, bevor dann in 2005 wieder ein weiterer kräftiger Anstieg folgte. Die Rohölpreise haben sich im gleichen Zeitraum verdoppelt.

Wie Eurostat weiter mitteilte, sind bis auf Dänemark und die Niederlande (autark) sowie Großbritannien (muss sieben Prozent seines Gasbedarfs importieren) alle EU-Mitgliedsländer weitgehend von Gasimporten abhängig. Die Preissteigerungen zwischen Januar 2005 und Januar 2006 fielen indes in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich aus. Für die Haushalte erhöhten sich die Preise um mehr als 25 Prozent in der Slowakei (plus 30 Prozent), in Luxemburg und in der Tschechischen Republik (jeweils plus 27 Prozent) sowie in Slowenien (plus 26 Prozent) und Irland (plus 25 Prozent), blieben dagegen beinahe unverändert in Estland und stiegen um weniger als zehn Prozent in Dänemark (plus fünf Prozent) und Italien (plus acht Prozent). In Deutschland sind die Gaspreise laut Statistik in diesem Zeitraum um 18 Prozent gestiegen.

Für die Industrie belief sich die Preissteigerung von Januar 2005 bis Januar 2006 auf etwa 50 Prozent in Spanien (plus 55 Prozent), dem Vereinigten Königreich (plus 48 Prozent) und der Slowakei (plus 46 Prozent), während sie in Dänemark und Estland nur drei Prozent betrug. In Deutschland stiegen sie den Angaben zufolge um über 30 Prozent.

In absoluten Zahlen waren die Gaspreise für Haushalte im Januar 2006 am höchsten in Dänemark (29,82 Euro pro Gigajoule), gefolgt von Schweden (25,95 Euro pro Gigajoule), den Niederlanden (16,92 Euro pro Gigajoule) und Italien (16,50 Euro pro Gigajoule). Die niedrigsten Preise wurden in den drei baltischen Mitgliedstaaten Estland (4,63 Euro pro Gigajoule), Lettland (5,34 Euro pro Gigajoule) und Litauen (6,24 pro Gigajoule) beobachtet. Deutschland liegt mit 15,98 Euro pro Gigajoule im Mittelfeld. Der Steueranteil an den Gaspreisen war in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich und reicht von etwa fünf Prozent in Portugal, dem Vereinigten Königreich und Luxemburg bis über 40 Prozent in Dänemark (56 Prozent) und Schweden (43 Prozent). In Deutschland waren es 23,3 Prozent.

Die Gaspreise für gewerbliche Verbraucher lagen am höchsten in Schweden (12,26 Euro pro Gigajoule), in Deutschland (11,58 Euro pro Gigajoule) und Österreich (10,81 Euro pro Gigajoule) und wiederum am niedrigsten in den baltischen Mitgliedstaaten Estland (2,84 Euro pro Gigajoule), Lettland (4,05 Euro pro Gigajoule) und Litauen (4,45 Euro pro Gigajoule).

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