Preis für erneuerbare Energien

Eurosolar zeichnet Preisträger des Deutschen Solarpreises aus

Die Träger des Deutschen Solarpreises, der seit 1994 von der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien, Eurosolar, für herausragende, innovative Projekte und Initiativen im Bereich der Erneuerbaren Energien vergeben wird, wurden am Samstag im Rahmen eines Festaktes augezeichnet.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Kassel (ddp-hes/ddp-rps/sm) - Insgesamt wurden elf Preise in sechs Kategorien vergeben. In der Kategorie "Gemeinden" wurden die nordhessische Gemeinde Alheim (Kreis Hersfeld) sowie die Hunsrückgemeinde Morbach (Rheinland-Pfalz) ausgezeichnet. Die Morbacher Energielandschaft sei ein "Musterbeispiel für eine funktionierende Public-Private-Partnership", hieß es in der Begründung der Jury. In Zusammenarbeit mit der dem Mainzer Energieunternehmen juwi GmbH hat die Gemeinde 2001 begonnen, auf einem ehemaligen Militärgelände das Konzept einer Energielandschaft zu entwickeln. Dort werde mittlerweile mehr Energie erzeugt, als die 11.000 Einwohner-Gemeinde verbrauche.

Die Gemeinde Alheim wurde Für ihre "vorausschauende Energiepolitik" wurde die Gemeinde Alheim ausgezeichnet, die über 60 Prozent ihres Strombedarfs aus verschiedenen Anlagen für Erneuerbare Energien decke. Zudem sei bereits eine Erweiterung des lokalen Biogaskraftwerks geplant, das dann über ein Nahwärmenetz die umliegenden Gebäude mit nachhaltig erzeugter Wärme versorgen werde. Als Ziel habe sich die Gemeinde vorgenommen, bis zum Jahr 2015 den Energiebedarf zu 80 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu decken.

Vereine engagieren sich für Erneuerbare

In der Kategorie "Lokale oder regionale Vereine" wurde die rheinland-pfälzische Bad Kreuznacher City Solar AG ausgezeichnet. Das Unternehmen sei nicht nur erfolgreich auf dem Gebiet der Solarenergienutzung tätig, sondern fühle sich überdies einem ethischen Anspruch verpflichtet, hieß es in der Begründung. Zehn Prozent der Gewinne lässt City Solar demnach in gemeinnützige Organisationen wie die firmeneigene Stiftung "Sonne für Kinder" fließen. Für die Stiftung baut City Solar eigene Solarkraftwerke, deren Erträge Kinder- und Jugendhilfsprojekten zugute kommen.

City Solar teilt sich die Auszeichnung mit der Projektgruppe Erneuerbare Energien im Aller-Leine-Tal (Niedersachsen), die für ihre "energiepolitische Vorbildfunktion in der Region" gewürdigt wurde. Die Projektgruppe engagiere sich für die Entwicklung des Aller-Leine-Tals zu einer Region, in der Erneuerbare Energien einen herausragenden Beitrag zur Energieversorgung leisten. Der Gruppe sei es gelungen, mehrere innovative Projekte in die Tat umzusetzen, so die Jury.

Solarpreis für drei Unternehmen

In der Kategorie "Industrielle, kommerzielle und landwirtschaftliche Unternehmen/Betriebe" wurde die Rhein-Main Deponie GmbH (RMD) aus Flörsheim, die Tauber-Solar GmbH aus Tauberbischofsheim, sowie Herbert Fellner aus Hirschau (Bayern) ausgezeichnet. RMD entwickele seit Jahren "innovative Konzepte zum umweltverträglichen Betreiben von Mülldeponien" und wende diese auch erfolgreich an, hieß es zur Begründung. So produziere das Unternehmen in verschiedenen Biomasse-, Agrogas- und Deponiegaskraftwerken sowie Photovoltaikanlagen bereits heute 150.000 Megawattstunden Strom pro Jahr. Hinzu kämen 175.000 Megawattstunden durch die Bereitstellung von Brennstoffen, weitere Anlagen seien geplant.

Die Tauber-Solar GmbH beweise mit ihrem innovativen Firmenkonzept, dass ein gewinnbringendes Wirtschaften mit solarer Energie möglich ist. Die verwirklichten Projekte werden durch Direktinvestitionen von Mitunternehmern finanziert, so werden für die aufgestellten Photovoltaikanlagen keine Kredite aufgenommen und die Gewinne ohne großen Verwaltungsaufwand an die Miteigentümer ausgezahlt. Mittlerweile haben sich schon über 1.500 Privatpersonen an den acht Projektgesellschaften beteiligt und gemeinsam eine Summe von über 110 Millionen Euro investiert.

Der Landwirt Herbert Fellner habe schon vor mehr als 25 Jahren mit einer Strohverbrennungsanlage Energie aus nachwachsenden Rohstoffen produziert. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt unzureichenden Technologien zur Verbrennung von Biomasse wurde Fellner zum Technikentwickler und Unternehmer. Mit dem Ziel, dem Energie-Verbraucher eine handelsfähige und handhabbare Ware anzubieten, war Fellner zudem Motor für die Entwicklung einer Pellet-Erntemaschine und eines Waldharvesters, der neben Wertholz gleichzeitig auch Hackschnitzel ernten kann, so die Jury.

Weitere Auszeichnungen und ein Sonderpreis

In der Kategorie Medien wurden Martin Unfried für journalistische Arbeit auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien sowie die Zeitschrift für Neues Energierecht (ZNER) für ihren rechtswissenschaftlichen und rechtspolitischen Einsatz für Erneuerbare Energien ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie Transport ging an die SkySails GmbH & Co. KG für ihr innovatives Zugdrachen-Windantriebssystem für die Schifffahrt. Einen Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement erhielt Dieter Schaarschmidt für seinen herausragenden Einsatz für Erneuerbare Energien in der Region Wendland.