Emissionshandel ist ineffizient

Eurosolar: "Luft ist keine Ware"

Die europäische Öko-Vereinigung Eurosolar hält an ihrer Kritik am Emissionshandel fest: Er habe sich als teuer und ineffizient erwiesen. Zudem sei er überflüssig, denn werde der Ausbau der erneuerbaren Energien mit gleichem Tempo auch in den nächsten Jahren fortgesetzt, würden die Klimaschutzziele problemlos erreicht.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - "Die kostenlose Vergabe von Verschmutzungsrechten im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems hat sich wie zu erwarten als Flop erwiesen", kommentierte die Eurosolar-Geschäftsführerin Irm Pontenagel, die aktuelle Diskussion um teuren Strom. "Mit dem Instrument des Verschmutzungshandels wird nicht die Umwelt entlastet, sondern der Bürger belastet. Die Stromkonzerne missbrauchen die Emissionsrechte zu unbegründeten Preissteigerungen", wurde sie deutlich.

Eurosolar hatte bereits anlässlich des Bonner Weltklimagipfels im Juli 2001 mit der Informationskampagne "Erneuerbare Energien statt Emissionshandel" nicht nur die negativen Folgen dieser Art der Umsetzung des Kyoto-Protokolls gewarnt und betont, dass das Instrument des Handels mit Verschmutzungsrechten keinen adäquaten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten kann. Denn das "Emissionsrecht" mache aus einer bisher legal geduldeten Verschmutzung eine öffentlich legitimierte.

Gleichzeitig erweise sich der Handel mit Verschmutzungsrechten als völlig ineffizient: Während der Zielwert der bis 2012 angestrebten Emissionsminderungen eine Reduktion um 10 Millionen Tonnen Kohlendioxid vorsieht, seien allein in den letzten fünf Jahren durch neue Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland etwa 25 Millionen Tonnen Emissionen eingespart worden. Werde der Ausbau der erneuerbaren Energien auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit gleichem Tempo fortgesetzt, würden allein zwischen 2005 und 2007 weitere 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid reduziert. "Und dies ohne Bürokratie, Zertifizierungs- und Händlerkosten."