Mehr Klimaschutz

Europas Energiesystem nicht ausreichend zukunftssicher

Obwohl die Staaten der Europäischen Union weltweit eine Vorreiterrolle im Bereich Energie und Klimaschutz einnehmen, müssen sie sich weiterhin anstrengen, ihre Ziele zu erreichen. Das geht aus dem Energie- und Umweltbericht 2008 hervor, den die EU-Umweltagentur kürzlich veröffentlichte.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Kopenhagen/Straßburg (red) - Die EU-Umweltagentur (EEA) ruft zu neuen Anstrengungen zum Klimaschutz in Europa auf. Der Energieverbrauch in Europa werde bis 2030 um 26 Prozent steigen, warnt sie in ihrem in der vergangenen Woche veröffentlichten Energie- und Umweltbericht 2008. Dabei würden fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl weiterhin die Hauptquelle sein. 80 Prozent der Treibhausgase kämen in Europa nach wie vor aus dem Energiesektor.

Laut Bericht beträgt der Anteil erneuerbarer Energien in Europa 8,6 Prozent (2005). Bis zu den von der EU angepeilten 20 Prozent im Jahr 2020 sei es "noch ein weiter Weg", betonte die EEA. Der Anteil fossiler Brennstoffe am Gesamtenergieverbrauch ging zwischen 1990 und 2005 nur geringfügig von 83 auf 79 Prozent zurück. Vor allem durch das ständig steigende Verkehrsaufkommen sei die Abhängigkeit Europas von Ölimporten weiter gewachsen. Der massiv steigende Gesamtbedarf an Energie werde vor allem mit zunehmendem Import von Erdgas aus Russland befriedigt.

Für den von Energiekonzernen einhellig verlangten Ausbau der Atomkraft vermerkte die EEA, dass die Menge von hoch radioaktivem Abfall in Europa 2006 auf mehr als 30 000 Tonnen angestiegen ist. Bei den Privathaushalten konstatiert die EEA durch größere Häuser und den ständig wachsenden Einsatz elektrischer Geräte einen jährlichen Anstieg des Energieverbrauchs um 0,4 Prozent. Insgesamt mache der Privatkonsum 26,6 Prozent des europäischen Energieverbrauchs aus. Hier gebe es aber auch "das höchste Potenzial für Energieeffizienz", hieß es weiter.

Dabei stehe Europa bei den Entwicklungstrends alles in allem deutlich besser da als andere Weltregionen. Zwischen 1990 und 2005 sanken hier, vor allem durch den Zusammenbruch des früheren Ostblocks, die CO2-Emissionen um 3,5 Prozent. In den USA stiegen sie um 20 Prozent und in China auf das Doppelte an.

Weiterführende Links
  • Den kompletten Report der EU-Behörde hier zum Download