Europäische Manager beschäftigen sich mit sozialen Aspekten der Liberalisierung des Energiemarktes

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Zu Beginn dieser Woche haben sich die Mitglieder der Europäischen Föderation der Manager im Bereich Energie und Forschung (FECER) in Berlin getroffen. Dabei haben sie sich vor allem mit den möglichen sozialen Auswirkungen des derzeitigen Liberalisierungsprozesses auf den Energiemärkten in Europa beschäftigt.


Einhellig erklärten die Manager, dass sie die Absicht der Europäischen Kommission zur Liberalisierung der europäischen Elektrizitäts- und Gasmärkte unterstützen und für weitere Anstrengungen bei der Harmonisierung des Tempos eintreten. Die Europäische Kommission sollte die Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb über Ländergrenzen hinweg schaffen, so die FECER. Dabei müssten die politischen Entscheidungsträger zur Kenntnis nehmen, dass mehr Wettbewerb zu einem wachsenden Druck auf die Unternehmen führt, ihre Kosten zu senken. Das könne negative Auswirkungen auf die Instandhaltung und für Subunternehmer haben, und in der Folge auch auf die Zuverlässigkeit der Energieversorgung, die Sicherheits- und Umweltstandards und die Sozialleistungen und Löhne. Gleichzeitig müssten auch negative Auswirkungen auf die Erforschung und Innovation neuer technischer Lösungen in den Bereichen Instandhaltung und Betriebssicherheit berücksichtigt werden.


Obgleich FECER sich der Tatsache bewusst ist, dass die Kunden von der Kostensenkung bei der Erzeugung, dem Transport und der Nutzung von Energie profitieren, sollten dennoch auch die externen Kosten, wie Umwelt- und Sozialaufwendungen, mit in Betracht gezogen werden. "Energiepolitik muss langfristig ausgerichtet sein. Es wäre schlecht, wenn wachsender Wettbewerb zu hastigen Veränderungen in der Energiepolitik führen würde. Bei allen Veränderungen in diesem Bereich ist es notwendig, auch die Versorgungslage, den hohen Anteil langfristiger Investitionen und die möglichen sozialen Folgen, die auf Grund der großen Anzahl von Menschen, die direkt oder indirekt im Energiesektor beschäftigt sind, gewaltige Dimensionen annehmen können, zu berücksichtigen", bilanziert die FECER abschließend.