Folgen

Europa von radioaktiver Wolke angeblich nicht betroffen

Europa soll von eventuell verstrahlter Luft aus Japan nicht betroffen sein. Indes wird der Wetterlage in den kommenden Tagen eine entscheidende Rolle zukommen. Der Wind am japanischen Krisen-Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi wird Anfang der Woche nach Nordosten wehen, also weg von den Bevölkerungszentren aufs Meer.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Offenbach/Wien (dapd/red) - Eine eventuelle radioaktive Wolke würde bei der gegenwärtigen Witterung von Japan aus zunächst auf den Pazifik hinaus und etwa einen Tag später in Richtung der Philippinen ziehen. Das haben Berechnungen von Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) über eine mögliche Ausbreitung eventuell kontaminierter Luftmassen ergeben. West- und Mitteleuropa sowie der europäische Luftraum wären danach insbesondere aufgrund der großen Entfernung bislang nicht betroffen, teilte der DWD am Samstagabend mit.

In Deutschland sei allenfalls mit Auswirkungen zu rechnen, die nur Bruchteile des hiesigen natürlichen Strahlenaufkommens ausmachen, hieß es in einer Mitteilung des Bundesumweltministeriums. Gesundheitliche Beeinträchtigungen für die deutsche Bevölkerung seien nicht zu befürchten. Noch ist allerdings unklar, ob und wie viel Radioaktivität in Japan überhaupt ausgetreten ist.

Weitere Informationen über die vermutete Windrichtung in den kommenden Tagen kamen von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA unter Berufung auf Daten der Weltmeteorologieorganisation am Sonntag in Wien. Die Windrichtung könnte bei einem möglichen Super-GAU von großer Bedeutung sein, weil sie darüber entscheidet, wohin sich eine radioaktive Wolke ausbreitet. Der schlimmste Fall wäre, wenn radioaktiver Staub in den Ballungsraum Tokio gelangen würde, der etwa 250 Kilometer südwestlich der Unglücksreaktoren von Fukushima liegt. Derzeit sieht es aber nicht danach aus.