Tagung in Lyon

Eurelectric will nachhaltiges Gleichgewicht mit Wettbewerb

Der europäische Elektrizitätsdachverband EURELECTRIC hat in einem Positionspapier einen Fahrplan zu besserer Gesetzgebung im Energiebereich vorgeschlagen, der als Ziel ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Wettbewerbsmarkt, Umweltzielen und industrieller Konkurrenzfähigkeit hat.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Lyon (red) - Die Liberalisierung des europäischen Elektrizitätsmarkts hat einen "Paradigmenwechsel veranlasst, der die erwünschten Ergebnisse für Verbraucher, die Elektrizitätswirtschaft und die Gesellschaft insgesamt bringt, solange alle Betroffenen ihn unterstützen", kommentierte Hans Haider, Präsident der Union of the Electricity Industry (EURELECTRIC), europäischer Elektrizitätsdachverband, in der vergangenen Woche auf einer Konferenz in Lyon die aktuelllen Entwicklungen.

Haider stellte ein vom EURELECTRIC-Direktorium beschlossenes Papiere über die Herausforderungen der "Post-Liberalisierungsepoche" vor und rief zur Einführung einer "umfassenden Bewertung der Funktion der Elektrizität in der Gesellschaftsentwicklung" sowie "einer bedeutenden Neuorientierung der EU und der nationalen Gesetzesgebung" im Umweltbereich auf.

Er betonte erneut die ungebrochene Unterstützung EURELECTRICs für den Liberalisierungsprozess, der Wettbewerb in Erzeugung, Großhandel und Verkauf an Endverbraucher einführe. Dies sei ein "weltweit beispielloses Vorhaben bezüglich der geographischen Dimension und Ambition". Der Energiesektor sei davon überzeugt, dass "tatsächlicher Wettbewerb gekoppelt mit einem angemessenen und stabilen Gesetzesgebungsrahmen im Stande ist, Versorgungssicherheit, Investitionen, Wettbewerb, Umweltschutz, ein hohes Niveau an öffentlichen Dienstleistungen und Verbraucherzufriedenheit zu realisieren".

Gleichzeitig forderte der EURELECTRIC-Präsident Gesetzgeber und Regulierungsbehörden auf, sich zu verpflichten, den Markt wirksam arbeiten zu lassen indem sie Interventionen strengstens auf das absolut nötige Maß beschränken. Es gelte zu verhindern, den allgemeinen Liberalisierungsprozess durch Maßnahmen wie Preisskontrollen oder Preisobergrenzen zu gefährden, sowie die Entwicklung eines liquiden und funktionierenden Großhandelmarkts zu fördern - denn der Markt sei "die treibende Kraft für eine erfolgreiche Entwicklung und Integration des Elektrizitätssektors in Europa". Stattdessen müsse die Liberalisierung durch kohärente Energie- und Umweltgesetzgebung, die beständig mit
Marktregeln sind, untermauert sein.

Das Papier der EURELECTRIC schlägt einen Fahrplan zu besserer Gesetzgebung im Energiebereich vor, der als Ziel ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Wettbewerbsmarkt, Umweltzielen und industrieller Konkurrenzfähigkeit hat. Schlüsselelemente dieses Fahrplans sind die Verbesserung des allgemeinen Verständnisses der Rolle der Elektrizität für Wirtschaftswachstum und Umweltschutz, die Integration der Dimension der Wettbewerbsfähigkeit und konsequente Wirtschaftsverträglichkeitsprüfungen bei allen künftigen Gesetzgebungsvorhaben.