GETS 4

EURELECTRIC veröffentlicht Grundsätze für Klimapolitik nach 2012

EURELECTRIC hat jetzt den vierten Teil der Simulation eines Handels mit Treibhausgasemissionszertifikaten & Energie (GETS) abgeschlossen. Sie untersucht das Potential des Handels mit Emissionsrechten zur kosteneffizienten Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen und spielt verschiedene Einflussfaktoren durch.

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Brüssel (red) - Der Dachverband der gesamteuropäischen Elektrizitätswirtschaft EURELECTRIC hat jetzt den vierten Teil der Simulation eines Handels mit Treibhausgasemissionszertifikaten & Energie (GETS) abgeschlossen. Sie untersucht das Potential des Handels mit Emissionsrechten für Treibhausgase zur kosteneffizienten Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen und spielt verschiedene Szenarien mit diversen Einflussfaktoren durch.

Die Ergebnisse der GETS4-Studie zeigten, dass die Kosten der Erfüllung der Auflagen exponentiell zur Höhe der Auflagen steigen, dass die Einschränkung des freien Handels die Kosten ebenfalls signifikant ansteigen lässt, und dass der Verteilungseffekt eine erhebliche Auswirkung auf die Kosten für die Systemerfüllung und auf die Marktpreise der Emissionszertifikate hat, teilte der Verband mit. Darüber hinaus haben die EURELECTRIC-Experten für Klimafragen auch eine Reihe von Grundsätzen aufgestellt, die nach ihrem Ermessen eventuelle klimapolitische Entscheidungen für den Zeitraum nach 2012 bestimmen sollten.

Auf die Grundsätze der Klimapolitik nach 2012 Bezug nehmend, teilte der Vorsitzende des EURELECTRIC Environment & Sustainable Development Committee, Dr. Bill Kyte, der Kommission mit, dass ein "wirklich globaler Ansatz entscheidend für den Erfolg eines jeden post-2002-Modells ist". Zudem forderte er, einen längeren Zeitrahmen, um Entscheidungsklarheit und -beständigkeit schaffen zu können, dass die Ziele zur Emissionsreduzierung auf soliden wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Untersuchungen basieren sollen, die Entscheidungen marktgerecht zu gestalten, alle Wirtschaftssektoren einzubeziehen, und die Forschung und Entwicklung bzw. den Technologietransfer auszubauen.

Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse: (1) Die Auswirkungen werden von der russischen und amerikanischen Position beeinflusst: Wenn Russland nicht teilnehmen würde, würden sich die Kosten für die Erfüllung der Auflagen und die Preise der Zertifikate verdoppeln. Wenn der "McCain-Lieberman"-Gesetzesvorschlag in den USA durchgeht, werden die weltweiten Umsetzungskosten um das drei- bis sechsfache steigen. (2) Die Gesamtkosten für die Erfüllung steigen exponentiell mit dem Schwierigkeitsgrad der Auflagen: Eine Erhöhung aller Zielvorgaben um 50 Prozent führt zu drei bis fünf Mal so hohen Kosten. (3) Die Verknüpfung von Handelsmechanismen reduziert signifikant die Kosten: Die Verknüpfung der Kyoto-Mechanismen mit anderen geringfügigeren Mechanismen führt zu einer Kostenreduktion von sechs bis 17 Prozent für die Erfüllung der Ziele. Guthaben aus dem Mechanismus für "Saubere Entwicklung" sind keine erheblichen Kostfaktoren. (4) Eine Bestimmung, wonach ein gewisses Niveau an nationaler Umsetzung erforderlich ist, wäre kostspielig, da sie den Handel einschränkt. (5) Das Bruttoinlandsprodukt ist ein wichtiger Kostentreiber - ein hohes Bruttoinlandsprodukt würde die Kosten um das zwei- bis vierfache steigern. (6) Eine Umverteilung der Kyoto-Ziele für den Zeitraum 2010 bis 20 auf einer Pro-Kopf-Grundlage (Verkürzung & Konvergenz) würde zu einer beträchtlichen Kostenverschiebung von den Nettokäufern auf die Verkäufer führen.