Widerspruch

Eurelectric kritisiert EU-Richtlinienentwurf zu Energieeffizienz

Der Dachverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft Eurelectric kritisierte in einer öffentlichen Stellungnahme den Richtlinienentwurf der EU-Kommission zur Endenergieeffizienz und zu Energiedienstleistungen. Er stehe im Widerspruch zu den Grundsätzen des liberalisierten Elektrizitätsmarkts.

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Brüssel (red) - Der Richtlinienentwurf der EU-Kommission zur Endenergieeffizienz und zu Energiedienstleistungen steht von seinem zentralen Ansatz her im Widerspruch zu den Grundsätzen des liberalisierten Elektrizitätsmarkts. Zudem würde er der Stromwirtschaft unverhältnismäßig schwere Lasten - im Vergleich mit anderen betroffenen Wirtschaftssektoren - auferlegen. Darauf hat der Dachverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft Eurelectric jetzt in einer offiziellen Stellungnahme hingewiesen.

Eurelectric befürwortet zwar generell die Förderung von effizientem Energieverbrauchs zum Nutzen der Wirtschaft, der Umwelt und der Versorgungssicherheit, kritisiert aber die Ausführungen des Vorschlags. Der Richtlinienvorschlag wurde im Dezember letzten Jahres von der Kommission als Bestandteil eines Maßnahmenpakets zur Verbesserung der Elektrizitätsversorgungssicherheit und zur Einschränkung des Energieverbrauchs durch höhere Effizienz vorgelegt.

Im Rahmen der Schaffung eines EU-Markts zur Entwicklung und Verbreitung von Energiedienstleistungen mit dem Ziel, die Effizienz des Endverbrauchs zu steigern, sieht der Richtlinienentwurf unter anderem vor, die Elektrizitätsunternehmen dazu zu verpflichten, Energieeinsparungsprogramme bei ihren Kunden auszuführen. Der Vorsitzende des Eurelectric-Ausschusses für Umwelt und nachhaltige Entwicklung, Dr. Bill Kyte, bemängelte dabei vorallem, dass sich der Richtlinienentwurf auf den Elektrizitätsbereich konzentriere, wohingegen die vorgeschlagenen Maßnahmen im Verkehrsbereich weitgehend als symbolisch zu bezeichnen seien. Und dies, obwohl der Hauptanteil des europäischen Energieverbrauchs auf Flüssigbrennstoffe entfalle und darüber hinaus im Verkehrsbereich bis 2010 ein Anstieg der Treibhausgasemissionen von 34 Prozent vorhergesagt werde.

Anstatt die Stromunternehmen zu verpflichten, Energiedienstleistungen oder -produkte anzubieten, die der Kunde eventuell nicht einmal wünscht, schlägt Eurelectric vor, die Rahmenbedingungen für eine Kultur der Energieeinsparungen in der EU zu verbessern und marktstützende Ansätze zur Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen der Energieeffizienz zu fördern. Zudem sei die Verpflichtung, den Energiemix auf den Rechnungen anzugeben, schon in der Elektrizitätsrichtlinie von 2003 enthalten und Vorschläge zu einem vorgeschriebenen Zählersystem müsse im Vorhinein einer Kostennutzen-Analyse unterzogen werden.