Statistik

EU: Windstromerzeugungskapazität steigt um 150 Prozent

Das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, Eurostat, hat eine Bilanz der europäischen Strommärkte 2004/2005 vorgelegt: Dominante Stromquelle bleiben die konventionellen Kraftwerke, auch wenn die Kapazität der Windenergie um 150 Prozent stieg. Größter Nettoexporteuer bleibt Frankreich.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (red) - Die gesamte Stromerzeugungskapazität der EU25 betrug im Jahr 2004 beinahe 704 Gigawattstunden und liegt damit um knapp sechs Prozent höher als im Jahr 2000. Das geht aus heute von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, veröffentlichten aktuellen Zahlen hervor. Die Kapazität von Windkraftanlagen ist seit dem Jahr 2000 um 154 Prozent gestiegen, hieß es weiter. Sie stellten somit über die Hälfte der neuen Stromerzeugungskapazitäten. Die andere Hälfte entfällt laut Eurostat größtenteils auf konventionelle Kraftwerke.

Die konventionellen Kraftwerke waren im Jahr 2004 mit 58 Prozent der installierten Stromerzeugungskapazität die dominierende Stromquelle in der EU25. Auf Kernkraftwerke entfielen 19 Prozent, auf Wasserkraftwerke 18 Prozent und auf Windkraftanlagen knapp fünf Prozent der gesamten Kapazität, teilte Eurostat weiter mit. Deutschland (19 Prozent), das Vereinigte Königreich (16 Prozent) und Italien (14 Prozent) hätten zusammen beinahe die Hälfte der Stromerzeugungskapazität in konventionellen Kraftwerken in der EU bereitgestellt. Auf Frankreich allein entfiel wiederum knapp die Hälfte der gesamten EU-Kernkraftenergieerzeugungskapazität. Zudem stellten Frankreich (20 Prozent), Italien (16 Prozent) und Spanien (14 Prozent) zusammen die Hälfte der Wasserkraftwerkkapazität bereit. In Bezug auf Windkraftanlagen entfielen auf Deutschland etwa die Hälfte, auf Spanien knapp ein Viertel und auf Dänemark fast zehn Prozent der installierten Kapazität in der EU.

Mit Ausnahme von Malta und Zypern sind die Elektrizitätsnetze in der EU bis zu einem gewissen Grad miteinander verbunden. Die größten Nettoexporteure waren im Jahr 2004 Frankreich (62 040 Gigawattstunden) und die Tschechische Republik (15 717 Gigawattstunden), die größten Nettoimporteure dagegen Italien (45 635 Gigawattstunden) und die Niederlande (16 217 Gigawattstunden). Deutschland importierte 48 187 und exportierte 50 808 Gigawattstunden.

Insgesamt gab es im Jahr 2004 in der EU25 über 460 Stromerzeugungsunternehmen. In der Tschechischen Republik, Estland, Griechenland, Frankreich, Zypern, Lettland, Luxemburg, Malta und der Slowakei gab es jeweils nur ein größeres Stromerzeugungsunternehmen mit einem Anteil an der gesamten Stromerzeugung des Landes von über fünf Prozent, in Deutschland, Österreich, Polen und Finnland gab es fünf größere Unternehmen, im Vereinigten Königreich hingegen sieben.

Was den Stromeinzelhandel betrifft, waren im Jahr 2004 in der EU25 über 2900 Einzelhandelsunternehmen eingetragen, davon alleine 940 in Deutschland. Vier dieser Unternehmen (RWE, E.ON, Vattenfall, EnBW) stellten mindestens fünf Prozent der in Deutschland gelieferten Gesamtstrommenge und können damit als größere Unternehmen betrachtet werden. In Frankreich gab es insgesamt 166 Einzelhandelunternehmen, wobei nur ein Unternehmen (EdF) als größeres Unternehmen einzustufen wäre. In der Tschechischen Republik, Spanien, Italien und Polen waren jeweils mehrere Hundert Einzelhändler eingetragen. Davon hatte in Italien nur ein Unternehmen einen Marktanteil von über fünf Prozent, in Spanien gab es drei größere Unternehmen, in Polen fünf und in der Tschechischen Republik acht.