Verdachtsmomente

EU-weite Razzien bei mehreren Ölfirmen

Auf Geheiß der EU-Kommission hat es Razzien bei mehreren Ölfirmen gegeben. Ermittler hätten am Dienstag Firmen in zwei Mitgliedstaaten sowie in einem weiteren europäischen Land durchsucht, erklärte die Kommission am Dienstag in Brüssel. Namen wurden nicht publik, es kursiert aber der Verdacht, Benzinpreise seien bewusst verzerrt worden.

Öl Förderung© ImagineGolf / iStockphoto.com

Brüssel (AFP/red) - Die Firmen, die wie üblich bei solchen Razzien ungenannt blieben, sind demnach im Geschäft mit Rohöl, Biokraftstoffen und raffinierten Ölprodukten - wozu Kraftstoffe zählen - tätig. Die norwegische Statoil teilte mit, dass sie zu den durchsuchten Unternehmen gehört. Die Aufsicht der Europäischen Freihandelszone, zu der Norwegen gehört, inspizierte demnach gemeinsam mit norwegischen Ermittlern auf Bitten der EU-Kommission Geschäftsräume am Hauptsitz Stavanger. "Statoil kooperiert mit den Behörden", hieß es in der Mitteilung der Firma.

Wurden die Preise bewusst verzerrt?

Es geht um den Verdacht der Manipulation von Preisen, erklärte die EU-Kommission. Die Firmen könnten zusammengearbeitet haben, um die Preise bei einer spezialisierten Agentur zu verzerren, die diese Preise veröffentlicht. Die Preise gelten dann wiederum als Orientierung für Geschäfte mit Öl, Ölprodukten und Biokraftstoffen und mit entsprechende Papieren auf den Finanzmärkten. "Sogar kleine Verzerrungen der angesetzten Preise können einen riesigen Einfluss auf die Preise von Rohöl, raffinierten Ölprodukten und Käufe und Verkäufe von Biokraftstoffen haben, wobei sie potenziell die Verbraucher schädigen", erläuterte die EU-Kommission.

Quelle: AFP