Klimawandel

EU-Treibhausgasemissionen 2004 wieder gestiegen

Die Veränderungen der Treibhausgasemissionen in Europa in den Jahren 2003 und 2004 sind nicht zufriedenstellend. Wollen die Mitgliedsländer die in Kyoto vereinbarten Reduzierungen tatsächlich erreichen, müssen sie die Anstrengungen verstärken. Denn nur fünf der EU-15-Länder waren bisher erfolgreich.

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Brüssel (red) - Die Treibhausgasemissionen der 15 alten EU-Mitgliedstaaten (EU-15) sind nach Angaben der Europäischen Kommission von 2003 bis 2004 um 0,3 Prozent gestiegen. Dennoch lagen sie damit um 0,9 Prozent unter denen des Basisjahres. Die EU-Kommission forderte die Mitgliedsländer daher auf, mehr zur Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen zu unternehmen. Die Emissionen der 25 EU-Mitgliedstaaten, für die noch kein gemeinsames Kyoto-Ziel aufgestellt wurde, stiegen von 2003 bis 2004 um 0,4 Prozent, lagen jedoch noch immer um 7,3 Prozent unter den Werten des Basisjahres.

"Wir können unser Ziel für die Emissionsminderung nur erreichen, wenn die Mitgliedstaaten intensivere Anstrengungen unternehmen, um die vielen EU-Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels durchzuführen, die in den vergangenen Jahren vereinbart worden sind", sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. In den neuen Zuteilungsplänen zur Fortführung des Emissionshandels 2008 bis 2012 sieht er eine "günstige Gelegenheit" für die Mitlieder, die Emissionstrends umzukehren. Die Pläne müssen bis Ende Juni eingereicht werden.

Dem von der Europäischen Umweltagentur zusammengestellten Inventar für 2004 zufolge sind die Treibhausgasemissionen in der EU-15 (ausgedrückt in Kohlendioxidäquivalent) gegenüber 2003 um insgesamt 11,5 Millionen Tonnen gestiegen. In zehn der 15 alten EU-Mitgliedstaaten stiegen die Emissionen, zurück gingen sie lediglich in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Schweden und Großbritannien (Details siehe Grafik).

Verursacht wurden die höheren Emissionen der EU-15 im Jahr 2004 laut EU-Kommission hauptsächlich durch den höheren Kohlendioxidausstoß im Straßenverkehr, bei der Eisen- und Stahlerzeugung und bei der Erdölraffination sowie durch höhere Fluorkohlenwasserstoffemissionen (FKW) aus Kühl- und Klimaanlagen.