Minimalerfolg

EU-Staaten haben 2005 weniger Treibhausgase ausgestoßen

Auf Basis der "alten" Europäischen Union gerechnet haben die EU-Staaten im Jahr 2005 weniger Treibhausgase ausgestoßen als noch ein Jahr zuvor. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Ziele des Kyoto-Protokolls erreicht worden wären - 8 Prozent standen im Kyoto-Protokoll, 1,5 Prozent wurden erreicht.

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Kopenhagen (ddp/sm) - Im Jahr 2005 haben die 15 Mitgliedstaaten der "alten" Europäischen Union 0,8 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als ein Jahr zuvor. Dennoch bleiben sie weit von ihrem im Kyoto-Protokoll festgelegten Ziel entfernt, die Emissionen bis 2012 um acht Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Bisher ist der Ausstoß der klimaschädlichen Gase nur um 1,5 Prozent reduziert worden. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Europäische Umweltagentur (EUA) in Kopenhagen jetzt der Klimakonvention der Vereinten Nationen (UNFCC) übermittelt hat. Die UNFCC will ihren Emissionsbericht Mitte Juni veröffentlichen.

In der gesamten EU der 27 Mitgliedstaaten wurden 2005 insgesamt acht Prozent weniger Treibhausgase - hauptsächlich Kohlendioxid - emittiert als 1990. Das wird in dem Bericht hauptsächlich auf die Stilllegung vieler Industriebetriebe in Mittel- und Osteuropa zurückgeführt. Zum jüngsten Fortschritt in der EU-15 hätten Deutschland, Finnland und die Niederlande am meisten beigetragen, heißt es weiter.

Deutschland habe hauptsächlich durch das Ersetzen von Kohle durch Gas bei der Strom- und Wärmeerzeugung Emissionen vermieden. Auch die Klimabelastung durch den Straßenverkehr sowie durch Privathaushalte und Dienstleistungsunternehmen sei in Deutschland deutlich gesunken. Diese drei Bereiche haben laut Bericht auch insgesamt in der EU-15 am meisten zu den Treibhausgaseinsparungen beigetragen.

Neben dem zunehmenden Verzicht auf Kohle bei der Stromerzeugung erklärt die EUA die positive Entwicklung mit der warmen Witterung. Diese habe ermöglicht, viel Heizenergie einzusparen. Die Fortschritte im Straßenverkehr führen die Autoren des Berichts nach einer vorläufigen Analyse auf den gesunkenen Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge und den gestiegenen Anteil von Diesel-Pkw zurück.