Energie sparen

EU-Regeln gelten jetzt auch rund um den Herd

Stromfressende Küchengeräte gehören aussortiert – so sieht es auch die EU-Kommission und damit gelten für immer mehr Hilfsmittel Energiespar-Auflagen. Ab Freitag betrifft das auch Dunstabzugshauben, Backöfen und Kochfelder. Aber können Verbraucher eigentlich mit den Maßnahmen der EU sparen?

Strom sparen beim Kochen© alephnull / Fotolia.com

Brüssel (dpa/red) - Für verschiedene Küchengeräte gelten ab Freitag strengere Energiespar-Vorgaben. Die Hersteller sehen das gelassen, zumal sie mit einem geringeren Verbrauch auch beim Kunden werben können.

Welche Änderungen treten zum 20. Februar ein?

Die EU verbietet extrem energiehungrige Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben. Das betrifft Dunstabzugshauben sowie mit Strom oder Gas betriebene Backöfen und Kochfelder für den Hausgebrauch. Sie müssen energieeffizienter werden. Ermittelt werden diese Werte in standardisierten Testsituationen. Dabei darf für eine bestimmte Leistung nicht mehr als eine bestimmte Energiemenge verbraucht werden - die mathematischen Formeln dazu stehen in einem EU-Gesetz.

Bedeutet das einen großen Aufwand für die Hersteller?

Einen gewissen Aufwand gibt es. Die Hersteller müssen Daten liefern. Doch die Firmen können mit einer guten Energieeffizienz auch punkten beim Kunden. "Das Energie-Label hatte bisher Vorteile im Marketing", sagt Werner Scholz vom Elektroindustrie-Branchenverband ZVEI. Allerdings warnt er vor allzu kleinteiligen Vorgaben: Damit sich eine Kennzeichnung lohne, müsse es auch eine ausreichend große Spannbreite beim Energieverbrauch in einer Produktkategorie geben.

Gelten die Regeln schon für andere Produkte?

Ja, eine ganze Menge. Seit dem vergangenen September ist zum Beispiel die Leistung von Staubsaugern schon auf 1.600 Watt gedrosselt. Für Kaffeemaschinen muss es seit Jahresbeginn im Normalbetrieb eine automatische Abschaltung der Warmhalteplatte geben oder einen energiesparenden Bereitschaftsmodus. Auch für Geschirrspüler oder Kühlschränke gibt es Energiespar-Auflagen.

Wie hoch ist das Sparpotenzial dahinter?

Bei einem energiesparenden Gasbackofen lassen sich über die durchschnittliche Lebensdauer laut EU-Kommission 180 Euro sparen, bei einem Elektrobackofen 230 Euro - im Vergleich zu einem herkömmlichen Produkt. Auch das Klima profitiert: Die Vorgaben für die drei Gerätegruppen sollen zu einer Minderung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ab 2020 von einer Million Tonnen jährlich führen, so die EU-Kommission.

Die neuen Regeln gelten übrigens nur für Produkte, die neu in den Verkehr gebracht werden. Produkte, die schon im Handel sind, betreffen sie nicht.

Quelle: DPA