Halbgare Resultate

EU-Reaktortests fallen offenbar lasch aus

Die Sicherheitstests für europäische Atomkraftwerke werden nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" deutlich schwächer ausfallen als angekündigt. Demnach seien Auflagen nur für schwere Naturkatastrophen geplant. Auf alle anderen Unfallszenarien, auch menschliche Bedienfehler, soll wohl nur freiwllig getestet werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (dapd/red) - Einem Vorschlag der Vereinigung der Westeuropäischen Aufsichtsbehörden zufolge sollen die Atommeiler nur noch daraufhin überprüft werden, ob sie Naturkatastrophen wie Erdbeben, Flutwellen oder extremen Temperaturschwankungen standhalten, schreibt das Blatt in seiner Mittwochausgabe. Länder, die strengere Tests wollten, könnten diese freiwillig durchführen, hieß es in Kreisen von EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

Die europäischen Energieminister berieten den Vorschlag am Dienstag im ungarischen Gödöllö. Ursprünglich hatten sich die 27 europäischen Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel Ende März darauf geeinigt, die 146 in der Europäischen Union betriebenen AKW auf alle durch die Fukushima-Katastrophe offenbar gewordenen zusätzlichen Unfallszenarien zu überprüfen.

Zudem sollte getestet werden, ob Stromversorgung, Kühlung und zusätzliche Aggregate nach Terrorangriffen, menschlichen Bedienfehlern oder in unverhofften Notsituationen sicher funktionieren. Das lehnten die westeuropäischen Aufseher strikt ab.

Informationen aus der EU-Kommission zufolge dringen vor allem Frankreich und Großbritannien auf abgeschwächte Tests. Die beiden Länder betreiben die meisten Atommeiler in Europa.