Reaktion der Börse

EU-Pläne setzen Aktien der Stromkonzerne unter Druck

Eine möglicherweise bevorstehende deutliche Verschärfung des Kampfes gegen die Marktmacht von Stromkonzernen durch die EU hat den Aktienkursen der beiden größten deutschen Energieunternehmen E.ON und RWE am Freitag deutlich zugesetzt. Beide Aktien verloren zeitweise mehr als drei Prozent.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main/Hamburg (ddp/sm) - Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf den ihr vorliegenden Abschlussbericht zur Wettbewerbssituation auf dem europäischen Energiemarkt durch die EU berichtet, dass Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes künftig verstärkt gegen Wettbewerbsverstöße und illegale Staatsbeihilfen vorgehen und Unternehmenszusammenschlüsse mit harten Auflagen versehen will.

Der Bericht soll am kommenden Mittwoch veröffentlicht werden und prangert dem Bericht zufolge Kartellverhalten von Großkonzernen und anderen Hindernissen auf dem Energiemarkt an. "Die Marktkonzentration wurde als wichtigstes Risiko für den Erfolg des Liberalisierungsprozesses identifiziert. Die vor der Liberalisierung bestehende Marktmacht von Monopolen ist noch nicht ausgemerzt", zitiert das Blatt aus dem Bericht, dem eine 16-monatige Untersuchung vorausging.

Dem Bericht zufolge sehen die Kartellwächter die massiv gestiegenen Preise als Beweis dafür, dass der Wettbewerb nicht funktioniert. Die Konzerne teilten sich den Markt ähnlich wie ein Kartell auf, heißt es der Zeitung zufolge in dem Papier. Kroes mache in dem Bericht erneut deutlich, dass sie die Zerschlagung von Konzernen, die Stromproduktion und Netz besitzen, für die effektivste Art hält, um Verzerrungen am Strommarkt zu beheben.