Streit um Öko-Label

EU-Parlament pocht auf verständliche Effizienz-Kennzeichnung

Das Europaparlament hat die von der EU-Kommission vorgeschlagene neue Öko-Kennzeichnung für Fernsehgeräte als zu kompliziert abgelehnt. Stattdessen forderte das Parlament die Beibehaltung des bisherigen Kennzeichnungssystems, das Haushaltsgeräten je nach ihrer Umweltfreundlichkeit Noten zwischen A und G gibt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Straßburg (afp/red) - Dieses System sei für Verbraucher leicht verständlich und habe in vielen Ländern als Vorbild gedient, etwa in etwa in Argentinien, Brasilien, China, und Südafrika, heißt es in einer Entschließung. Ein zweiter Text, der die neuen Label auch für Haushaltskühlgeräte ablehnen sollte, fand überraschend nicht die notwendige Mehrheit.

Klasse "A-60" ist missverständlich

Der zuständige Regelungsausschuss in der Kommission hatte eine Untergliederung der Kategorie A vorgeschlagen. Demnach sollen die Labels je nach Stromverbrauch die Noten A-20 Prozent, A-40 Prozent oder A-60 Prozent erhalten. Diese Einstufung könne zu Missverständnissen bei Verbrauchern führen, warnte das Parlament. Es sei dann nicht mehr klar erkenntlich, ob mit der Einstufung A ein "effizientes oder ineffizientes Produkt" gekennzeichnet wird. Die EU-Volksvertretung forderte die Brüsseler Kommission auf, bis Ende September einen neuen Entwurf vorzulegen.

Das Europaparlament kann die Vorschläge der Kommission zu den Öko-Labels ablehnen. Dazu ist aber die so genannte qualifizierte Mehrheit notwendig - dies ist die Mehrheit aller Mandate, also mindestens 393 Stimmen. Diese Mehrheit wurde in der Entschließung zu den Labels für Fernseher erreicht, in der für Haushaltskühlgeräte aber knapp verfehlt.