Neue Ziele

EU-Minister wollen Luftverkehr in Emissionshandel einbeziehen

Auch die Fluggesellschaften sollen künftig ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften warnte indes davor, den Luftverkehr wie von der EU geplant in den Emissionshandel einzubeziehen. Der Zertifikatehandel werde andernfalls jährlich vier Milliarden Euro kosten.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Luxemburg (ddp/sm) - Die EU-Verkehrsminister unterstützten am Freitag den Vorschlag der Europäischen Kommission, den Luftverkehr in den Emissionshandel mit einzubeziehen. Die europäische Luftfahrtindustrie dürfe aber nicht benachteiligt werden, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in seiner Funktion als EU-Ratspräsident nach der Ratstagung in Luxemburg. Auch außereuropäische Gesellschaften müssten dem System unterworfen werden.

Ziel der EU sei es, bei der Versammlung der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) im September in Montreal die übrigen Staaten von diesem notwendigen Schritt zu überzeugen. Nach dem jetzt gefassten Beschluss könne die EU dort nun mit einer gemeinsamen Position auftreten.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) hatte am Vortag vor diesem EU-Schritt gewarnt. Wenn der Vorschlag der Kommission umgesetzt werde, koste der Handel mit den Zertifikaten jährlich rund 4 Milliarden Euro und belaste die Fluggesellschaften bis zum Jahr 2022 mit etwa 45 Milliarden Euro, erklärte der Verband. Er berief sich dabei auf eine Untersuchung der Beratungsfirma Ernst & Young.