Mutmaßliche Marktaufteilung

EU leitet Verfahren gegen E.ON ein (Upd.)

Die EU-Kommission hat ein Kartellverfahren gegen E.ON und die französische Gasgesellschaft Gaz de France (GdF) eingeleitet. Hintergrund sei ein "mutmaßlicher" Verstoß gegen Artikel 81 des EG-Vertrags über wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen, teilte die EU-Behörde heute mit.

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Brüssel (ddp/sm) - Ein E.ON-Sprecher sagte, dass die Untersuchung der Kommission offenbar im Zusammenhang mit einer Transaktion zwischen E.ON und GdF aus dem Jahr 1975 stehe. Dabei gehe es um die MEGAL-Pipeline, die E.ON und GdF gemeinsam gehört und durch die Erdgas von Tschechien und Österreich nach Süddeutschland und Frankreich befördert wird. Die Vereinbarung sei aber formell vor einigen Jahren aufgekündigt worden und habe keine praktische Relevanz mehr.

E.ON kündigte an, mit der Kommission bei der Untersuchung zusammenarbeiten zu wollen. Auch eine GdF-Sprecherin betonte ihre Kooperationsbereitschaft. Sollte die Kommission ein Fehlverhalten der Unternehmen feststellen, kann die EU-Behörde ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

Die Verfahrenseinleitung ist nach diesen Angaben die Folge einer Nachprüfung, die 2006 bei E.ON und GdF in Deutschland und Frankreich durchgeführt wurde. Gegenstand des Verfahrens seien mögliche Vereinbarungen zwischen oder abgestimmte Verhaltensweisen von E.ON und GdF, nach denen sich die Konkurrenten auch nach der Liberalisierung der europäischen Erdgasmärkte jeweils vom Heimatmarkt des anderen fernhalten.

Der mögliche Verstoß bestehe darin, dass E.ON und GdF übereingekommen sein sollen, kein Erdgas auf dem Heimatmarkt des jeweils anderen zu verkaufen. Diese Vereinbarung und abgestimmte Verhaltensweise könnte vor allem Lieferungen von Erdgas über die MEGAL-Pipeline betreffen, die E.ON und GdF gemeinsam gehört und durch die Erdgas von Tschechien und Österreich nach Süddeutschland und Frankreich befördert wird.

An diesen mutmaßlichen Praktiken sind laut EU-Mitteilung zum einen die E.ON AG, ihre Tochtergesellschaften und Gesellschaften unter ihrer Kontrolle - darunter E.ON Ruhrgas und E.ON Gastransport - und die MEGAL Mittel-Europäische Gasleitungsgesellschaft beteiligt. Zum anderen seien Gaz de France, ihre Tochtergesellschaften und Gesellschaften unter ihrer Kontrolle beteiligt. Die E.ON-Aktie reagierte am Montag mit Abschlägen von 0,6 Prozent auf 114,56 Euro.