Atomausstieg

EU kritisiert Energiewende der Bundesregierung

Die Reaktionen auf die Fukushima-Katastrophe könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Deutschland angekündigt hat, so schnell wie möglich aus der Atomenergie aussteigen zu wollen, sehen Länder wie Frankreich dies vollkommen anders. Nun hat sich die EU-Kommission zu Wort gemeldet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (dapd/red) - Die Bundesregierung gerät nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe) wegen der von ihr angestrebten Energiewende auch in der Europäischen Union unter Druck. EU-Energiekommissar Günther Oettinger erwarte ein "klares Bekenntnis zum Ausbau der Netze", verlautete am Montag in Budapest aus Kommissionskreisen, unmittelbar bevor sich die 27 Energieminister zu Beratungen über den künftigen europäischen Energiemix trafen.

Der Atomausstieg müsse gut geplant werden

Es reiche nicht aus zu sagen, man wolle keine Atomkraft mehr und dafür viel erneuerbare Energien. Berlin müsse erklären, aus welchen Quellen die Energie kommen und was sie kosten werde, schreibt das Blatt. Brüssel erwarte "verbindliche finanzielle Zusagen".

Oettinger legt in Budapest erstmals einen Entwurf für ein europäisches Energiekonzept 2050 vor. Darin schlägt er erneut vor, grüne Energie nur dort zu fördern, wo es am billigsten ist. Das würde das Ende für das deutsche Umlagesystem bedeuten. Der deutsche Atomausstieg findet in Europa kaum Nachahmer.