Gebrochenes Siegel

EU-Kommission will angeblich Bußgeld gegen E.ON verhängen

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will in der kommenden Woche angeblich gegen den größten deutschen Energiekonzern E.ON ein Bußgeld wegen des Bruchs eines amtlichen Siegels verhängen. E.ON wies den Vorwurf zurück, ein Siegel an beschlagnahmten Dokumenten gebrochen zu haben.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf EU-Kreise berichtete, sieht die Kommission es als Erwiesen an, dass das bei einer E.ON-Tochter in München an einem Raum mit beschlagnahmten Dokumenten angebrachte Siegel rechtswidrig verletzt worden sei. E.ON drohe eine Strafe von maximal einem Prozent des Jahresumsatzes. Es sei das erste Mal, dass die EU-Kommission ein Unternehmen wegen eines Siegelbruchs bestrafen wolle.

E.ON wies den Vorwurf laut Zeitung als unzutreffend zurück. Das Siegel sei nicht gebrochen worden, niemand habe den versiegelten Raum betreten, verlautete dem Blatt zufolge aus Kreisen des Unternehmens. Dies habe E.ON unter anderem durch ein wissenschaftliches Gutachten dargelegt.

Beamte der EU-Kommission hatten am 29. und 30. Mai 2006 die Geschäftsräume der E.ON-Tochtergesellschaft E.ON Energie in München wegen des Verdachts auf Kartellverstöße durchsucht. Dabei beschlagnahmte Dokumente wurden in einem Raum gelagert, an dessen Tür die Ermittlungsbeamten das Siegel anbrachten.