Entflechtung gefordert

EU-Kommission: Strompreise in Deutschland zu hoch

Angesichts der steigenden Strompreise hat die EU-Kommission den Druck auf die deutschen Energiekonzerne verstärkt. "Die Strompreise in Deutschland sind höher, als man in einem Markt mit echtem Wettbewerb erwarten dürfte", sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes der "Bild am Sonntag".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Daher untersuche die Kommission, "ob wettbewerbsfeindliche Praktiken vorliegen". Kroes schloss neue Kartellverfahren gegen deutsche Energiekonzerne ausdrücklich nicht aus: "Wir haben Razzien durchgeführt in verschiedenen Unternehmen, weil wir wettbewerbsfeindliches Verhalten vermuten. Gegen RWE und E.ON haben wir bereits Verfahren eingeleitet. Weitere Verfahren könnten folgen."

Die niederländische Wettbewerbskommissarin bekräftigte ihre Forderung nach einer Trennung von Energieproduktion und Netzbetrieb. "Wir glauben, dass dieser Schritt unverzichtbar ist für effektiven Wettbewerb zum Nutzen der Verbraucher.» Kroes betonte: "Wir haben den gesamten Energiesektor genau untersucht und sind auf eine Reihe von Problemen gestoßen, die dazu führen, dass die Verbraucher keine fairen Preise zahlen." Ein Hauptproblem sei der grundlegende Interessenkonflikt, wenn ein Unternehmen Strom oder Gas produziert und zugleich das Leitungsnetz besitzt.