Unter Beobachtung

EU-Kommission sieht Fusionen im Energiesektor kritisch

Nachdem in dieser Woche die Übernahmepläne von E.ON (Scottish Power) in Deutschland und Gas Natural (Endesa) in Spanien bekannt wurden, hat sich auch die EU-Kommission eingeschaltet: Er sehe das Konzentrationsniveau mit Sorge, sagte Andris Piebalgs, EU-Energiekommissar dem "Handelsblatt".

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Düsseldorff (ddp/sm) - Die neue Fusionswelle im Energiesektor stößt auf Bedenken der EU-Kommission. "Ich sehe das steigende Konzentrationsniveau auf den Energiemärkten mit Sorge", sagte der für Energiepolitik zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Die Kommission werde die weitere Marktentwicklung "sehr kritisch beobachten".

Anlass für den Warnruf ist laut Zeitung vor allem die in Spanien geplante Übernahme des größten Stromkonzerns Endesa durch den führenden Gasversorger Gas Natural. "Sollte die Fusion zustande kommen, wird die Kommission große Vorbehalte haben", zitiert das Blatt Kreise der Brüsseler Wettbewerbsbehörde.

Trotz der vollständigen Liberalisierung im europäischen Energiemarkt sei man noch weit von einem effektiven Wettbewerb entfernt und verzeichne immer stärkere Monopolstrukturen, kritisierte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs denn auch heute in Brüssel. Besonders stark sei dies unter anderem in Deutschland ausgeprägt. "Die geplanten Konzentrationen auf den Energiemärkten geben Anlass zur Sorge", sagte Piebalgs. Er wolle gemeinsam mit Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes die weitere Entwicklung genau unter die Lupe nehmen.