Wirksame Mechanismen

EU-Kommission schlägt die Verbesserung der Erdöl- und Erdgasversorgungssicherheit vor

Die Europäische Kommission will die Versorgungssicherheit in Energiebinnenmarkt erhöhen und hat deshalb zwei Richtlinienvorschläge für die Erdöl- und Erdgasversorgung angenommen. Vorgesehen ist beispielsweise, dass alle Mitgliedstaaten eine öffentliche Erdölbevorratungsstelle einrichten, die Vorräte in Höhe von mindestens 40 Verbrauchstagen halten soll.

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Die EU-Kommission hat gestern zwei Richtlinienvorschläge angenommen, die die Energieversorgung in Europa verbessern sollen. "Dass die Kohlenwasserstoffversorgung der Union sehr stark von Importen abhängt, ist eine erhebliche Gefahr für unsere Wirtschaftssysteme. Angesichts der Entwicklung des Energiemarktes und der unsicheren geopolitischen Lage müssen wir unbedingt wirksame Mechanismen schaffen, um besser zu gewährleisten, dass die Europäer einen gleichbleibenden Zugang zu Energie zu vernünftigen Preisen haben", erläuterte Loyola de Palacio, für Verkehr und Energie zuständige Vizepräsidentin der Kommission.

Verbesserung der Erdölversorgungssicherheit

Alle Mitgliedstaaten sollen künftig eine öffentliche Erdölbevorratungsstelle einrichten, die mittelfristig Vorräte in Höhe von mindestens 40 Verbrauchstagen halten muss. Im Falle einer Energiekrise soll die Europäische Union dadurch in der Lage sein, eine gemeinsame Strategie zu verabschieden. Durch die allmähliche Freigabe der Vorräte an Erdölerzeugnissen wird dazu beigetragen werden, dass der Erdölmarkt wieder liquider wird. Die Höhe dieser Vorräte wird schrittweise von 90 Verbrauchstagen auf 120 Verbrauchstage aufgestockt werden.

Verbesserung der Erdgasversorgungssicherheit

Wegen der besonderen Gegebenheiten des Erdgassektors in den Bereichen Transport und Speicherung ist die Festlegung von Mindestmengen an Gasvorräten zurzeit nicht vorgesehen. Allerdings sollen die einzelnen Mitgliedstaaten kombinierte Maßnahmen umsetzen, zu denen die Gasspeicherung, die Unterbrechung der unterbrechbaren Nachfrage zur Gasumverteilung und zur Gewährleistung der Flexibilität des Systems, die flexible Versorgung und die Spotmärkte gehören. Die Mitgliedstaaten sollen nationale Ziele festlegen, damit durch die Gasspeicherung ein Mindestbeitrag zu den Standards im Bereich der Versorgungssicherheit geleistet wird.

Gleichzeitig soll innerhalb der Kommission und unter ihrer Federführung ein europäisches System zur Beobachtung der Kohlenwasserstoffversorgung eingerichtet werden, in dem die für die Durchführung dieser Aufgaben erforderliche Sachkompetenz gebündelt wird.