Neue Mitteilung

EU-Kommission: Mitglieder sollen sich stärker für erneuerbare Energien einsetzen

In einer neuen Mitteilung hat die EU-Kommission die Fortschritte der 15 Mitgliedsstaaten bewertet, den Verbrauch von Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen auf 22 Prozent und deren Anteil auf zwölf Prozent bis 2010 zu erhöhen. Ergebnis: Die Anstrengungen müssen erhöht werden.

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Brüssel (red) - Die EU-Kommission hat ihre Mitgliedstaaten bereits in der vergangenen Woche aufgefordert, sich stärker für das Erreichen der Ziele zum Klimaschutz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2010 einzusetzen. In der Mitteilung "Der Anteil erneuerbarer Energien in der EU" wurden jetzt die Fortschritte bewertet. Bis 2010 soll der Verbrauch von Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen auf 22 Prozent und der Anteil erneuerbarer Energiequellen insgesamt auf zwölf Prozent erhöht werden.

Nur wenige Mitgliedstaaten hätten jedoch bislang einen attraktiven Rahmen für erneuerbare Energiequellen geschaffen, resümmiert die Kommission. Angesichts der mageren Ergebnisse fordert sie die 15 Mitgliedstaaten auf, das Erreichen der Ziele bis 2010 durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen.

"Diese Mitteilung kommt im richtigen Moment, da Europa mit einem neuerlichen Ölpreisanstieg konfrontiert ist und Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen trifft. Noch haben die Mitgliedstaaten die Zeit, ihre Politik zu ändern, so dass sich die erneuerbaren Energien etablieren können", erklärte Vizepräsidentin Loyola de Palacio. Denn die Untersuchung ergab, dass die beteiligten Länder mit den bestehenden nationalen Maßnahmen voraussichtlich nur einen Anteil der erneuerbaren Energien von 18 bis 19 Prozent am Gesamtstromverbrauch erreichen (geplant: 22 Prozent). Die Analyse zeigt zudem, dass sich nur Deutschland, Dänemark, Spanien und Finnland auf dem richtigen Kurs befinden. Diese Länder hätten einen attraktiven Rahmen für erneuerbare Energiequellen geschaffen.

Bis 2010 wird voraussichtlich doppelt soviel Windkraftkapazität installiert sein, als ursprünglich prognostiziert wurde. In Dänemark lag der Anteil der Windenergie 2002 bei 14 Prozent, 2003 bei 16 Prozent. Die Windkraft sei zwar auf 60 Terawattstunden Strom in einem durchschnittlichen Windenergiejahr angewachsen, decke aber nur knapp 2,4 Prozent des Stromverbrauchs der EU. Außerdem könne das starke Wachstum bei der Windkraft die langsame Entwicklung neuer Biomassekapazitäten nicht ausgleichen. Die Bewertung zeigt den Bedarf an einer besseren Koordinierung des politischen Rahmens auf.

Nach Ansicht der Europäischen Kommission gehen die gemachten Anstrengungen zwar in die richtige Richtung, müssten jedoch noch weiter verstärkt werden. Es sollten verbesserte Förderregelungen im Rahmen der Bestimmungen des EG-Vertrags entwickelt werden. Um das Ziel zu erreichen, seien Investitionen in Höhe von schätzungsweise zehn bis 15 Milliarden Euro jährlich erforderlich. Darüber hinaus schlägt die Kommission vor, die Förderung erneuerbarer Energiequellen vollständig in die Struktur- und Kohäsionsfonds sowie in internationale Programme der EU zur Zusammenarbeit einzugliedern.