Untersuchung

EU-Kommission: Kein freier Wettbewerb auf Europas Energiemarkt

Europas Strom- und Gasmärkte sind noch weit entfernt von einem funktionierenden und freien Wettbewerb. Zu diesem Ergebnis komme EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in ihrer Untersuchung des Energiemarkts, hieß es am Freitag in Kreisen der EU-Kommission.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp.djn/sm) - Die großen Strom- und Gasmärkte würden von oligopolen Strukturen beherrscht, wobei die Ex-Monopolisten ihre Marktmacht ausnutzten, um Preise zu diktieren, lautet das Fazit von Kroes. Auch fehle es an Transparenz in den EU-Energiemärkten, insbesondere bei den Netztarifen. Kroes will ihren Bericht am Donnerstag offiziell vorstellen.

Im Visier der Wettbewerbskommissarin stehen offenbar besonders die französische EdF und die deutschen Versorger E.ON und RWE. Bereits in ihrem Zwischenbericht im November hatte Kroes auf die Probleme im europäischen Energiewettbewerb hingewiesen. "Seitdem hat sich kaum etwas verändert", erklärte eine mit dem Fall vertraute Person aus der EU-Behörde.

Anlass für die seit Juni laufende sektorale Untersuchung des Energiemarktes waren Beschwerden industrieller Großkunden in Europa. Unternehmen, die in ihrer Produktion sehr stark auf Energie angewiesen sind, hatten sich über zu hohe Preise und Intransparenz bei den Tarifen beklagt. Auch Verbraucherverbände in Deutschland führen die stark gestiegenen Strom- und Gaspreise auf mangelnden Wettbewerb zurück. Einige Bundesländer haben inzwischen auf die Preisentwicklung in Deutschland reagiert. So hat die Landesregierung Hessens eine Strompreiserhöhung mehrerer Versorger nicht genehmigt.