Jetzt offiziell

EU-Kommission informiert E.ON über Ermittlungen im Kartellverfahren

Die EU-Kommission hat E.ON und Gaz de France (GdF) nun auch offiziell über Ermittlungen im Kartellverfahren gegen sie informiert. Dies bestätigte die Kommission heute in Brüssel. Bei den Untersuchungen geht es um Absprachen der beiden Unternehmen beim Bau der Mittel-Europäischen Gasleitung MEGAL.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Essen (ddp.djn/sm) - So sollen E.ON und sein französischer Konkurrent vereinbart haben, kein Gas in das jeweilige Nachbarland zu liefern. Die EU ermittelt in diesem Fall bereits seit Juli 2007.

Das Schreiben der Brüsseler Behörde könnte vertiefte Ermittlungen nach sich ziehen. Die Unternehmen haben aber zunächst die Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Die Essener E.ON Ruhrgas hatte Ende Mai die Vereinbarungen mit GdF bestätigt, aber darauf verwiesen, dass diese aus dem Jahr 1975 stamme. Damals sei eine Absprache über die Aufteilung der Märkte bei solchen Investitionsprojekten üblich gewesen. Die Vereinbarung mit GdF sei aber schon 2004 aufgehoben worden.

Am Donnerstag erklärte das Unternehmen, man wolle "konstruktiv mit der EU-Kommission zusammenarbeiten, um die Vorwürfe auszuräumen". Zugleich betonte E.ON, dass allein im vergangenen Jahr 8,4 Milliarden Kilowattstunden nach Frankreich geliefert worden seien. Umgekehrt seien auch die Marktaktivitäten und Absatzmengen der Gaz de France in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gewachsen.