Langfristig teuer

EU-Kommission gegen Bau neuer Kohlekraftwerke in Deutschland

Die EU-Kommission warnt eindringlich vor dem Bau neuer Kohlekraftwerke in Deutschland. "Braunkohle ist, was die Treibhausgase angeht, die ungünstigste Wahl", sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas der Zeitung "Bild am Sonntag" laut einem Vorabbericht. Der NRW-Europaminister Breuer konterte.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Düsseldorf (ddp-nrw) - "Wer heute noch neue Kohlekraftwerke baut, muss sich im klaren sein, dass eine solche Politik uns alle langfristig teuer zu stehen kommt. Auf mittlere Sicht sollten nur noch Kohlekraftwerke mit klimaverträglichen Technologien - etwa der Kohlestoff-Abscheidung - betrieben werden", so der EU-Kommissar weiter.

Dimas erinnerte daran, dass die EU-Staaten unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen haben, die Treibhausgase bis 2020 um mindestens 20 Prozent zu senken. In Deutschland sollen nach Plänen der Energiekonzerne in den kommenden Jahren mindestens 26 neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen.

Der NRW-Europaminister Michael Breuer (CDU) warf Dimas am Samstag in Düsseldorf vor, mit seiner Warnung vor dem Neubau weiterer Kraftwerke in Deutschland "frei von Sachverstand" zu sein. Offensichtlich wisse Dimas nicht einmal, welche Anstrengungen in NRW zum Bau emissionsarmer Kraftwerke unternommen würden. Solche Warnungen aus Brüssel ohne Kenntnisse über die Kraftwerkslandschaft vor allem in NRW seien "wenig hilfreich", kritisierte Breuer.