Prüfung

EU-Kommission: Bedenken gegen MOL-Übernahme durch E.ON

Nach einer ersten Untersuchung der geplanten Übernahme des ungarischen Gas- und Ölunternehmens MOL durch den deutschen Energiekonzern E.ON durch die EU-Kommission bestünden aufgrund von Überschneidungen der Tätigkeiten beider Unternehmen schwerwiegende wettbewerbsrechtliche Bedenken.

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Brüssel (ddp/sm) - Die Ende vergangenen Jahres vom Energiekonzern E.ON angekündigte Beteiligung am größten ungarischen Gas- und Ölunternehmen MOL könnte an kartellrechtlichen Bedenken der EU-Kommission scheitern. Die europäischen Wettbewerbshüter kündigten am Freitag in Brüssel eine genaue Prüfung der geplanten Übernahme des Geschäftsbereichs Gasfernleitung und -speicherung von MOL an.

Nach einer ersten Untersuchung bestünden aufgrund von Überschneidungen der Tätigkeiten beider Unternehmen schwerwiegende wettbewerbsrechtliche Bedenken, hieß es heute aus Brüssel. Diese beträfen sämtliche Ebenen der Gas- und Stromversorgung in Ungarn.

Die EU-Kommission hat nun 90 Tage Zeit, um eine genaue Analyse der Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den ungarischen Gas- und Elektrizitätsmarkt vorzunehmen. Eine Entscheidung werde bis spätestens 18. November getroffen, teilte die Behörde mit.

E.ON kontrolliert in Ungarn bereits mehrere regionale Versorger und ist hauptsächlich auf den Einzelhandelsmärkten für Strom und Gas aktiv. MOL ist in erster Linie auf den Märkten für Erdgas, Mineralöl, Treibstoff und Chemie tätig und laut Kommission "das etablierte ungarische Gasversorgungsunternehmen". Durch eine Fusion mit E.ON würde das entstehende Unternehmen die gesamte Gasversorgung Ungarns und damit sowohl die inländische Gasproduktion als auch den Gasimport kontrollieren, hieß es. Potenzielle Wettbewerber könnten daher von den nachgeordneten Gas- und Elektrizitätsmärkten ausgeschlossen werden.