Braunkohle unverzichtbar

EU-Kommissar unterstreicht Bedeutung von Grundlastkraftwerken

Die EU wird nach Ansicht des für Energiepolitik zuständigen Kommissars Andris Piebalgs auch weiterhin an Erhalt und Bau moderner Kraftwerke auf Basis konventioneller Brennstoffe festhalten. Grundlastkraftwerke seien für Industrienationen wie Deutschland von existenzieller Wichtigkeit.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nr/sm) - Zugleich unterstrich der EU-Kommissar während seines Besuchs in Lubmin bei Greifswald die zunehmende Bedeutung regenerativer Energieträger. Ziel sei es, den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch in Europa auf 20 Prozent zu erhöhen. Zugleich soll der Anteil von Biotreibstoffen auf zehn Prozent ausgeweitet werden.

Der aus Lettland stammende EU-Kommissar hatte mehrere Firmen besucht, die sich im Umfeld des stillgelegten Atomkraftwerks Lubmin angesiedelt haben. Dabei hatte er auch gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) die Rapspresserei des neuen Biodieselunternehmens Premicon in Betrieb genommen. In der rund 38 Millionen Euro teuren Anlage sollen pro Jahr aus 154.000 Tonnen Rapsschrot rund 70 Millionen Liter Biodiesel und 90.000 Tonnen Futtermittel gewonnen werden.

Am Rande des Besuchs hatten Mitglieder der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin" dem EU-Kommissar eine Petition überreicht, in der für ein Energiekonzept auf Basis alternativer Energieträger geworben wird. Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) verwies auf ein von der EU geplantes Förderprojekt für zehn europäische Kohlekraftwerke, deren Kohlendioxidabgase nicht an die Atmosphäre abgegeben, sondern gespeichert und anschließend verwertet werden sollen. Er regte an, das von der dänischen Firma Dong Energy in Lubmin für zwei Milliarden Euro geplante Steinkohlekraftwerk mit dieser Technologie nachzurüsten.

Zum Abschluss seines Besuchs informierte sich der Gast im Greifswalder Max-Planck-Institut über den gegenwärtigen Stand der deutschen Fusionsforschung. Nach Angaben von Projektleiter Thomas Hamacher wurden für das Experiment "Wendelstein 7-X" inzwischen 14 von 70 geplanten Spezialspulen moniert. Das Projekt werde voraussichtlich Mitte 2014 in Betrieb gehen.