Ziel verfehlt

EU-Industrie stößt 2007 mehr Kohlendioxid aus

Die am Emissionshandel teilnehmenden EU-Industrieunternehmen haben im vergangenen Jahr mehr Kohlendioxid ausgestoßen als im Vorjahr. Damit hätten sie ihr Ziel, die Reduzierung der Emissionen, nicht erreicht, teilte die EU-Kommission am Freitag mit.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp/sm) - Der Kohlendioxid-Ausstoß sei im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent auf 2,05 Milliarden Tonnen gestiegen. Bereinigt um die dazugekommenen und stillgelegten Industrieanlagen habe der Anstieg noch 0,68 Prozent betragen.

Die erste Handelsperiode von Anfang 2005 bis Ende 2007 sei für die Kommission eine "Lernphase" gewesen, sagte Umweltkommissar Stavros Dimas. "Der geringfügige Emissionsanstieg im letzten Jahr unterstreicht aber die Notwendigkeit, für den im Januar angelaufenen zweiten Handelszeitraum eine strenge Emissionsobergrenze festzusetzen", ergänzte er. Ohne Emissionshandel wäre noch mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt. Immerhin sei es gelungen, den Emissionsanstieg auf einen Wert deutlich unterhalb des EU-Wirtschaftswachstums von 2,8 Prozent zu begrenzen.

Für die Handelsperiode 2008 bis 2012 hat die Kommission den meisten EU-Staaten, darunter auch Deutschland, deutlich weniger Kohlendioxid-Emissionen genehmigt, als diese beantragt hatten.

Im November hatte Dimas einräumen müssen, dass die EU-Staaten noch weit von der Erreichung der Klimaschutzverpflichtungen entfernt sind, die sie im Kyoto-Protokoll übernommen haben. Die 15 damaligen Mitgliedstaaten hatten versprochen, den CO2-Ausstoß bis 2012 um acht Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Dieses Ziel sei noch erreichbar, doch müssten die Staaten mehr gegen Treibhausgasemissionen tun als bisher beschlossen, hatte Dimas gesagt.

Wie aus den von der Kommission vorgelegten Daten hervorgeht, haben die Industrieunternehmen in Spanien, Großbritannien, Italien und Slowenien im vergangenen Jahr mehr CO2 emittiert, als ihnen im Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2007 als Höchstmenge erlaubt war.