EU: Haushalte und gewerbliche Verbraucher profitieren von niedrigeren Strompreisen

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Im Januar 2000 waren die Strompreise (ohne Steuern) für Haushalte und gewerbliche Verbraucher in der EU gegenüber Januar 1998 rückläufig. In diesem Zeitraum haben die meisten Mitgliedstaaten neue Marktregeln eingeführt oder führen sie gegenwärtig ein, um die Strommärkte zu liberalisieren.


In zwei Berichten, die gestern von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg, veröffentlicht wurden, sind die am 1. Januar 2000 erhobenen Strompreise für Haushalte und Industrie aufgeführt. Die meisten EU-Haushalte profitierten zwischen Januar 1998 und Januar 2000, unabhängig von ihrem Verbrauchsvolumen, von einer Verringerung Strompreise. Die höchsten allgemeinen Preisrückgänge verzeichneten Finnland (je nach Verbraucherkategorie zwischen - 9 Prozent und - 11,5 Prozent), Schweden (-16 Prozent für Großkunden und etwa - 6,5 Prozent für die übrigen) und Dänemark (-13 Prozent für Normalverbraucher und -9 Prozent für Kleinverbraucher). Die Niederlande waren dagegen der einzige Mitgliedstaat, in dem die Strompreise für alle Kategorien stiegen: für Kleinverbraucher um 15 Prozent, für Normalverbraucher um 5 Prozent und für Großverbraucher um 4 Prozent. In Irland stiegen die Preise deutlich für Großverbraucher (+20 Prozent), während sie für die beiden übrigen Kategorien unverändert blieben. Italien befand sich in einer besonderen Situation: die Preise für Mittel- und Großverbraucher sanken um etwa 10 Prozent, für Kleinverbraucher stiegen sie jedoch um 40 Prozent aufgrund der Einführung einer neuen Tarifstruktur. Alle übrigen Mitgliedstaaten verzeichneten Rückgänge von weniger als 5 Prozent.


In den meisten EU-Ländern, für die Daten verfügbar sind, sanken auch die Preise für gewerbliche Verbraucher. An der Spitze stand Deutschland (- 22 Prozent für Normal- und Großverbraucher, -14 Prozent für Kleinverbraucher), gefolgt von Schweden (- 20 Prozent für Kleinverbraucher und -12 Prozent für Großverbraucher), Portugal (etwa -10 Prozent für alle Kategorien) und Finnland (-17 Prozent für Großverbraucher). Die Preise für Kleinverbraucher sanken auch deutlich in den Niederlanden (-15 Prozent) und im Vereinigten Königreich (-10,5 Prozent). Griechenland war der einzige Mitgliedstaat, der im Beobachtungszeitraum einen allgemeinen Preisanstieg (+3 Prozent) verzeichnete. Den höchsten Preisanstieg mussten jedoch die niederländischen Normalverbraucher hinnehmen (+20 Prozent).