Öl fließt noch nicht

EU fordert Wiederaufnahme der Erdöllieferungen aus Russland

Die Europäische Kommission hat Russland und Weißrussland aufgefordert, die Öllieferungen nach Westeuropa durch die "Drushba"-Pipeline umgehend wieder aufzunehmen. Am Donnerstag wollen EU-Experten über die Reaktion Europas auf die Lieferausfälle beraten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp/sm) - Energiekommissar Andris Piebalgs habe es als "unannehmbar" bezeichnet, dass ein Energieerzeuger- oder Transitland die Ölversorgung reduziere, ohne die Partner vorher zu informieren, sagte Piebalgs Sprecher am Dienstag in Brüssel. "Diese Vorgänge sind nicht gut für Russlands Ruf als zuverlässiger Öllieferant", fügte er hinzu. Es sei nach wie vor unklar, ob die russische oder die weißrussische Seite für die Drosselung der Ölversorgung verantwortlich ist, sagte der Sprecher. Die Kommission stehe mit beiden Seiten in Kontakt.

Verhandlungen zwischen Weißrussland und Russland sollten am Dienstag eine Einigung im Ölstreit zwischen beiden Ländern bringen, wie die russische Nachrichtenagentur Novosti berichtete. Bereits am Montag sei eine Delegation aus Minsk nach Moskau gereist. Ursache für den Streit seien neu erhobene Zölle auf Öllieferungen.

Die weißrussische Pipeline-Gesellschaft Gomel Transnjeft gibt Russland die Schuld am Stopp der Erdöllieferungen nach Polen und Deutschland. Das geht aus einem Schreiben hervor, das am Dienstag bei der polnischen Betreibergesellschaft der Erdölleitung, PERN Przyjazn, einging, wie ein Sprecher im mittelpolnischen Plock mitteilte. Russland macht hingegen Weißrussland für den Stopp verantwortlich.

Berichte, wonach neben Polen mittlerweile zahlreiche weitere osteuropäische Länder von dem Lieferstopp betroffen sind, konnten weder das Bundeswirtschaftsministerium nach der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) bestätigen. Angesichts einer südlichen Abzweigung der Ölpipeline in diese Region ist das allerdings wahrscheinlich.