Global effektiv

EU-Emissionshandel wird mit Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern verknüpft

Unternehmen innerhalb der EU, die ab Anfang 2005 am Emissionshandel teilnehmen, können einen Teil ihrer Klimaschutzverpflichtungen durch Klimaschutzprojekte in Ländern außerhalb der EU erfüllen. Ausgenommen im Rahmen der CDM- und JI-Projekte sind Atomkraftwerke sowie bis 2008 Aufforstungsprojekte.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Transformationsländern können in den EU-Emissionshandel einbezogen werden. Darauf haben sich die EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament verständigt. Unternehmen innerhalb der EU, die ab Anfang 2005 am Emissionshandel teilnehmen, können damit einen Teil ihrer Klimaschutzverpflichtungen durch Klimaschutzprojekte in Ländern außerhalb der EU erfüllen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin begrüßte die Einigung als Schritt nach vorn auf dem Weg zu einem global effektiven Klimaschutz.

Trittin: "Der EU-Emissionshandel schlägt nun die Brücke in alle Länder, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben. Wenn deutsche Firmen in Litauen eine Windkraftanlage oder in Marokko ein solarthermisches Kraftwerk bauen, können sie sich die dort entstehenden Emissionsreduktionen hier anrechnen lassen. Das fördert den Transfer von Zukunftstechnologien wie die erneuerbaren Energien oder Energieeffizienz in die Länder des Südens."

Die Einigung sieht vor, dass EU-Mitgliedsstaaten es Anlagenbetreibern erlauben können, nicht nur EU-Emissionsrechte, sondern - bis zu einer gewissen, vom Mitgliedsstaat festzulegenden Obergrenze - auch Gutschriften aus den projektgebunden Mechanismen des Kyoto-Protokolls zur Erfüllung ihrer Klimaschutzverpflichtungen nutzen können. Ausgenommen von diesen Projekten im Rahmen des "Clean Development Mechanism (CDM)" oder des "Joint Implementation (JI)" sind Atomkraftwerke sowie bis 2008 Aufforstungsprojekte. Die Emissionsminderungen im Rahmen von CDM und JI müssen von unabhängigen Gutachtern zertifiziert werden.