Platzen einer "Preisblase"

EU-Chefberater rechnet sinkendem Ölpreis

Der Chefberater der 27 EU-Staaten für Wirtschaftsfragen, Klaus Gretschmann, rechnet mit einem deutlichen Rückgang des Ölpreises von derzeit rund 133 Dollar je Barrel (159 Liter). "Ich erwarte eine deutliche Marktkorrektur und ein Platzen der Blase", sagte er der Zeitung "Die Welt".

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Berlin/Brüssel (ddp/sm) - Der längerfristige Preistrend liege nach seiner Analyse zwischen 80 und 90 Dollar pro Fass Rohöl. Gretschmann sagte, beim Öl habe sich eine "Preisblase" gebildet. "Der Ölpreis ist aus meiner Sicht um mindestens 40 Prozent überhöht", sagte er. "20 Prozent des heutigen Preises werden Wechselkurseffekten und Dollarschwäche zugeschrieben, weitere 25 Prozent gehen auf Spekulationen zurück." Die durchschnittlichen Förderkosten pro Barrel Rohöl lägen derzeit nur zwischen 15 und 25 Dollar.

Gretschmann räumte ein, es sei schwer zu bestimmen, wann genau die "Preisblase" platzen wird. Bei der Entwicklung des Ölpreises spielten die Finanzmärkte eine erhebliche Rolle. "Finanzanlagen werden nach den Erfahrungen der Hypothekenkrise in den USA von Aktien und Anleihen auf Rohstoffe verlagert", sagte er. Vor allem institutionelle Anleger hätten massiv Gelder in die Rohstoffmärkte investiert und in Erwartung steigender Preise Terminkontrakte abgeschlossen.