Umfrage

EU-Bürger wollen Konzept für Atommüll-Lagerung

Die Mehrheit der EU-Bürger verlangt ein europaweites Konzept und Anlagen für die Entsorgung von Atommüll, wie aus der aktuellen Eurobarometer-Erhebung über radioaktive Abfälle hervorgeht. Aus Angst vor dem Klimawandel und den steigenden Preisen für Öl und Gas ist die Akzeptanz der Kernenergie insgesamt jedoch gestiegen.

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Brüssel (red) - Bei der Akzeptanz von Kernenergie spielt der Umgang mit radioaktiven Abfällen eine große Rolle, so würden vier von zehn Atomkraftgegnern ihre Meinung ändern, wenn es eine sichere, dauerhafte Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle gäbe.

Nahezu neun von zehn Befragten vertreten die Auffassung, dass jeder EU-Mitgliedstaat einen Entsorgungsplan für radioaktive Abfälle mit einem eigenen festen Zeitplan aufstellen sollte. Etwa genauso viele wünschen sich, dass die EU dies überwacht und dafür sorgt, dass in allen Mitgliedstaaten gleiche Vorgaben gelten.

Der Umfrage zufolge halten die Bürger Informationen über die Abfall-Entsorgung vor allem für zuverlässig, wenn sie aus unabhängigen Quellen stammen, etwa von Wissenschaftlern oder von nicht staatlichen Organisationen.

Wenn es um die Endlagerung im Umkreis der Heimat geht, wollen die Bürger selbst befragt werden. Die Mehrheit der Bürger möchten am Entscheidungsprozess mitzuwirken, falls in ihrer näheren Umgebung ein unterirdisches Endlager gebaut würde.

Der Erhebung von 2008 zufolge ist die Unterstützung der Kernenergie in der Europäischen Union seit 2005 gewachsen. Der Zuspruch ist in den Ländern am höchsten, in denen Kernkraftwerke in Betrieb sind und in denen sich die Bürger über die Fragen im Zusammenhang mit radioaktiven Abfällen als gut informiert betrachten.

Fast zwei Drittel der EU-Bürger meint, dass die Kernenergie entscheidende Vorteile hat, wie die Diversifizierung der Energiequellen, die Abnahme der Abhängigkeit vom Erdöl und die Verringerung der Treibhausgasemissionen.