Netzgesellschaft

EU billigt deutsches Energiekonzept

Im Streit um die Zerschlagung der deutschen Energiekonzerne zeichnet sich erstmals ein Kompromiss zwischen Deutschland und der EU ab. "Die Gründung einer deutschen Netzgesellschaft ist prinzipiell ein akzeptabler Weg, um unsere Auflagen zu erfüllen", sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs der "Süddeutschen Zeitung".

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Brüssel (ddp/sm) - Wichtig seien allerdings die Details. Keiner der Eigentümer dürfe dominierenden Einfluss auf die Gesellschaft haben, erklärte der Kommissar.

Die EU-Kommission fordert, dass Strom und Gas künftig in unterschiedlichen Unternehmen zu erzeugen und zu verteilen sind. Unabhängige Unternehmer, so die Überlegung, könnten den Wettbewerb auf dem europäischen Strom- und Gasmarkt intensivieren und überhöhte Verbraucherpreise verhindern. Das Vorhaben ist Teil des dritten EU-Gesetzespakets zur Liberalisierung des Energiemarktes, das noch unter slowenischer Präsidentschaft verabschiedet werden soll.

Die Bundesregierung lehnt die eigentumsrechtliche Entflechtung ab. Gemeinsam mit Frankreich und weiteren sieben EU-Mitgliedsstaaten hatte Berlin im Januar einen Kompromiss vorgeschlagen, wonach die Unternehmen ihre Netze behalten dürfen, sich jedoch stärkeren Auflagen und Kontrollen unterwerfen müssen.