Reform

EU beschließt Verknappung von Emissionsrechten

Die Idee vom Handel mit Zertifikaten war gut, aber die Ergebnisse rund um die Emissionsrechte sehen momentan eher dürftig aus: Das Wirtschaftswachstum ist gesunken, die Preise für Luftverschmutzung auch. Eine Verknappung der Zertifikate soll nun Abhilfe schaffen.

Emissionshandel© Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Straßburg (dpa/red) – Emissionsrechte in Europa sind derzeit (zu) günstig zu haben, deshalb soll die Industrie in Europa nach dem Willen des EU-Parlaments mehr für Luftverschmutzung zahlen. Die Abgeordneten stimmten am Dienstag in Straßburg abschließend für eine zeitweise Verknappung der Zertifikate für den Ausstoß des Treibhausgases CO2.

Überangebot an Emissionsrechten

Mit der Reform sollen 900 Millionen Verschmutzungsrechte erst ab 2019 auf den Markt kommen. Die spätere Ausgabe bis Ende des Jahrzehnts soll den Preis etwas erhöhen und so den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 (Kohlendioxid) verteuern. Aktuell liegt der Kurs mit unter vier Euro pro Tonne Kohlendioxid am Boden. Die Kommission hatte auf 30 Euro pro Tonne gehofft. Es gibt auch infolge des wirtschaftlichen Einbruchs in einigen EU-Staaten ein Überangebot.

Reform des Systems vonnöten

Unternehmen in der EU benötigen Rechte für die Emission von CO2, sie können damit auch untereinander handeln. Durch den niedrigen aktuellen Preis fehlen Anreize für klimafreundliche Investitionen. Die wirtschaftliche Flaute hat Nachfrage und Preis gedrückt. Für den Berichterstatter des Parlaments, den SPD-Abgeordneten Matthias Groote, ist eine Reform des Systems nötig, da der Emissionshandel auf ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent ausgelegt ist.

Quelle: DPA