Stromverbrauch senken

EU beschließt Obergrenze für Standby-Verbrauch

Die EU-Mitgliedsstaaten haben eine gesetzliche Obergrenze für den Stand-by-Energieverbrauch in Haushalten und Büros beschlossen. Demnach dürfen Computer, Fernseher, Mikrowellen- oder Faxgeräte ab 2010 im Bereitschaftsmodus im Regelfall nicht mehr als ein Watt verbrauchen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Brüssel (ddp/sm) - Bei Geräten mit Informationsdisplay dürfen es zunächst zwei Watt sein. Ab 2013 dürfen die Geräte jedoch nur noch jeweils die Hälfte davon verbrauchen. Das Europäische Parlament muss der Regelung noch zustimmen.

Die strengeren Grenzwerte lägen nahe an jenen Werten, die mit der besten verfügbaren Technik erreicht werden könnten, hieß es weiter. Von der neuen Regelung verspricht sich die EU-Kommission eine Senkung des Stromverbrauchs um fast 75 Prozent bis 2020. Dies entspräche dem jährlichen Stromverbrauch Dänemarks. Außerdem würden den Angaben zufolge durch die niedrigen Grenzwerte im Jahr 14 Millionen Tonnen Emissionen an Kohlendioxid vermieden. Weil viele der Produkte weltweit verkauft würden, sei außerhalb der EU mit weiteren Einsparungen zu rechnen.

Die Stand-by-Vorgabe ist die erste Verordnung, die die Mitgliedstaaten im Rahmen der sogenannten Ökodesign-Richtlinie auf Vorschlag der Kommission hin beschlossen haben. Ziel des Gesetzes ist es, durch Konstruktion und besseres Design die Umweltbelastungen eines Geräts über den gesamten Lebenszyklus zu mindern. Derzeit lässt die EU-Kommission über 20 Produktgruppen auf einen sparsameren Verbrauch hin untersuchen, darunter Fernseher, Computer, Waschmaschinen und Glühbirnen. Vorgaben dazu sollen in den kommenden Monaten folgen.

Der Beschluss zum Stand-by-Stromverbrauch ist mit der Industrie und anderen Interessengruppen abgestimmt. Umwelt- und Verbraucherschützer haben die Begrenzung des Stromverbrauchs im Standby-Betrieb zwar begrüßt. Sie kritisieren aber, dass kein generelles Verbot dieser Funktion erlassen und einfach eine Ausschalttaste vorgeschrieben wird.