Stromfresser

EU beschließt Abschaffung der herkömmlichen Glühbirne

Nach rund 130 Jahren ist das Aus für die herkömmliche Glühbirne in Europa besiegelt. Experten der EU-Staaten einigten sich am Montag in Brüssel darauf, Glühbirnen wegen des hohen Stromverbrauchs ab September des kommenden Jahres stufenweise vom Markt zu nehmen. Ab dem 1. September 2012 soll es nur noch Energiesparbirnen zu kaufen geben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (AFP/sm) - Nach dem Beschluss des für Ökodesign zuständigen EU-Ausschusses wird am 1. September 2009 zunächst der Verkauf aller matten Birnen sowie der von klaren Birnen mit 100 Watt Leistung untersagt. Am 1. September 2010 folgen klare 75-Watt-Birnen. Für die Standardglühlampe mit 60 Watt gilt ab dem 1. September 2011 ein Verkaufsverbot. Am 1. September 2012 werden dann auch noch die letzten 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen. Europaparlament und Ministerrat müssen dem noch zustimmen.

Haushalte können pro Jahr 50 Euro Stromkosten sparen

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte den Beschluss. Dadurch könne der Stromverbrauch bei Haushaltslampen um mehr als ein Drittel gesenkt werden. "Jeder Verbraucher ist gut beraten, schon heute auf effiziente Energiesparlampen zu setzen", erklärte Gabriel in Berlin.

Mit dem Umstieg auf Energiesparbirnen kann ein durchschnittlicher Haushalt laut EU-Kommission im Jahr 50 Euro Kosten sparen - die teureren Anschaffungskosten schon eingerechnet. Europaweit lassen sich durch Energiesparbirnen Stromkosten in Höhe von fünf bis zehn Milliarden Euro jährlich sparen.

Nur 5 Prozent der Energie für Licht

Die 1879 von Thomas Edison auf den Markt gebrachte Glühbirne gilt als Energieschleuder. Nur fünf Prozent des Stroms werden in Licht umgesetzt, der Rest verpufft als Wärme. Moderne Energiesparbirnen verbrauchen zwischen 65 und 80 Prozent weniger Strom und halten im Schnitt sechsmal länger. Trotz ihrer deutlich höheren Anschaffungskosten sind sie auf die Lebenszeit gerechnet billiger als Glühbirnen. Der Nachteil: Bisher sind sie weniger hell.

Auf dem Markt bleiben zunächst auch Halogenleuchten. Die ineffizientesten von ihnen will die EU allerdings bereits zum 1. September 2016 verbieten. Dies gilt für bestimmte Birnen, die im Vergleich zu herkömmlichen Birnen nur 25 Prozent Energie einsparen (Energieklasse C).

Beitrag zu Klimaschutzzielen der EU

Mit der Umstellung auf Energiesparbirnen will die EU dem Beispiel von Australien und Kalifornien folgen und zur Erfüllung ihrer ehrgeizigen Klimaziele beitragen. Die EU will bis 2020 ein Fünftel der Treibhausgase einsparen und zugleich die Energie-Effizienz um 20 Prozent erhöhen.

"Kein Verbraucher muss befürchten, im Dunkeln stehen gelassen zu werden", erklärte die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Energieexpertin Mechtild Rothe (SPD). Sie verwies darauf, dass die Umstellung auf Energiesparbirnen mit der Industrie abgesprochen sei.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die "richtige Entscheidung für den Klimaschutz". Zugleich forderte der BUND, die Ökobilanz der Birnen zu verbessern. Dazu müssten die Quecksilbergehalte in den überwiegend in Asien produzierten Lampen weiter reduziert werden. Der Handel müsse ausgediente Lampen als Sondermüll erfassen. Zudem erzeugten die Lampen derzeit noch zu viel Elektrosmog.

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