Beispielhaft

Essent und swb AG gründen gemeinsamen Eurobetriebsrat

Die Bremer swb AG und ihr niederländischer Anteilseigner Essent haben jetzt einen Eurobetriebsrat gegründet. Er soll al neue Möglichkeit einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit eingesetzt werden.

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Gut ein Jahr nach Beginn der strategischen Partnerschaft von Essent und der Bremer swb AG gehen auch die Arbeitnehmervertretungen in den beiden Unternehmen eine für sie bislang neue Partnerschaft ein: Die Unternehmensleitung der niederländischen Essent, die 51 Prozent der Anteile an der Bremer swb AG hält, und die Konzernbetriebsräte von Essent und swb AG haben Ende Oktober 2001 einen "Europäischen Betriebsrat" gegründet.

"Wir begrüßen diese neue Möglichkeit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit und sehen darin eine nützliche Ergänzung zu den bestehenden Betriebsräten", sagt Ulrich Meyer, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der swb AG. Auch wenn die Rechte des Eurobetriebsrates nicht so umfassend sein werden wie die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte in deutschen Unternehmen, sei er doch eine wichtige Plattform zum länderübergreifenden Informationsaustausch und zur Entwicklung gemeinsamer Strategien. Über Themen, die Mitarbeiter in den Niederlanden und Deutschland angehen wie zum Beispiel grundlegende Änderungen in der Organisation oder die Beschäftigungssituation und deren Entwicklung, muss die Firmenleitung dem Eurobetriebsrat künftig berichten. "Konkret wird es aber erst einmal darum gehen, sich besser kennen zu lernen und ein Gefühl für die möglicherweise unterschiedlichen Kulturen zu bekommen", fasst Meyer seine Erwartungen zusammen.

Die Arbeitssprache des neuen Eurobetriebsrates ist Englisch. Entsprechend der Unternehmensgrößen von Essent und swb AG wird das Gremium zunächst mit sieben niederländischen und drei deutschen Vertretern besetzt sein. Vorsitzender des Eurobetriebsrates ist Jan de Jong (Essent), sein Stellvertreter ist Ulrich Meyer (swb AG).

Eurobetriebsräte können in Unternehmen ab einer gewissen Größenordnung eingerichtet werden, die in mindestens zwei Ländern der Europäischen Union einen Firmensitz haben. Vor dem Hintergrund, dass im Zuge der Liberalisierung einige Stadtwerke und Regionalversorger internationale Anteilseigner haben oder noch bekommen werden, bewertet die Gewerkschaft Ver.di die Gründung des neuen Eurobetriebsrates von Essent und swb AG als beispielhaft für die Branche.