Meinungsaustausch

Essent Energie-Forum: Für Liberalisierung der Energiemärkte

Am Freitag endete das zweitägige 5. Essent Energieforum auf Schloss Bensberg in Bergisch-Gladbach. Rund 100 Fachleute aus der Energiewirtschaft diskutierten dort aktuelle Fragen zur Öffnung des europäischen Energiemarktes, insbesondere für den Bereich Erdgas.

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Bensberg/Düsseldorf (red)– "Wir unterstützen das Green Paper "Effizienz" der Europäischen Kommission, das einen freien Markt für Energie in Europa unterstützt. Alle Beteiligten im Energiemarkt sollen sich nun energisch dafür einsetzen, dass sich der Markt entwickelt. Das ist die beste Garantie für Versorgungssicherheit und realistische Preise. Auch kann damit eine eventuelle Ausweitung der Regulierung vermieden werden," stellte Paul van Son, Geschäftsführer der Deutschen Essent fest.

Die europäische Energielandschaft zeigt sich nach Meinung der Experten zurzeit gespalten. Während die Europäische Union bereits die Entflechtung der großen Energiekonzerne fordert, bestehen innerhalb Deutschlands noch große Hindernisse für eine wirkliche Öffnung des Marktes. "Bisher habe die Politik den Zusammenhängen und Anforderungen einer europäischen Marktinfrastruktur zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt," erklärte van Son. "Außerdem passe Preisregulierung nicht in einen offenen Markt und wirke kontraproduktiv. Darüber hinaus sei wichtig, dass unter der deutschen EU-Präsidentschaft die Umsetzung der Richtlinien für einen offenen Energiemarkt mit höchster Priorität vorangetrieben werde."

Klaus Peter Schultz, Abteilungsleiter Energieregulierung bei der Bundesnetzagentur, unterstrich in seinem Vortrag, dass die Regulierungsbehörde weiter die Marktöffnung unterstützen werde. So sei es ein wichtiges Ziel, die Zahl der Marktgebiete zu reduzieren und damit den Abschluss von Durchleitungsverträgen zu vereinfachen. Außerdem habe die Netzagentur bei der Genehmigung der Durchleitungsentgelte deutliche Reduzierungen erreicht.

Mehrere Redner wiesen auf die Herausforderungen hin, vor denen kommunale und regionale Energieversorger durch die Marktöffnung stehen. Ulrich Mössner, Geschäftsführer der Bayerngas GmbH und Paymon Aliabadi, Direktor der Essent Energy Trading, betonten, dass ausgefeilte Kooperationsmodelle eine gute Alternative zu Fusionen oder dem Anschluss an Großkonzerne seien.

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