Solaranlage am Netz

Espenhain: Industriestandort lässt die Sonne rein

Shell Solar hat gestern in Anwesenheit des sächsischen Umweltministers Steffen Flath und des Bundesumweltministers Jürgen Trittin eine 15 Hektar große Solaranlage auf einer Alt-Deponie eines Braunkohletagebaus bei Leipzig in Betrieb genommen. Die über 33 500 Solarmodule haben eine Leistung von fünf Megawatt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Espenhain (ddp-lsc/sm) - In Espenhain bei Leipzig gestern das nach Betreiberangaben weltgrößte Solarstromkraftwerk ans Netz gegangen. Der sächsische Umweltminister Steffen Flath (CDU) bezeichnete das Unternehmen Shell Solar, das die Anlage betreibt, als beispielhaft. "Das ist ein gutes Signal für die Region und für den Solarstandort Sachsen", erklärte er.

Gehörte Espenhain früher zu den dreckigsten Industriestandorten Europas, zähle der Ort heute zu den sonnigsten in Deutschland. Der Minister erinnerte daran, dass zu DDR-Zeiten tagsüber teilweise das Autolicht eingeschaltet werden musste, weil die Luftverschmutzung den Himmel verdunkelte.

Die Photovoltaikanlage entstand nach Angaben des Ministeriums auf einer Alt-Deponie des Braunkohlebergbaus und umfasst eine Fläche von 15 Hektar. Wie Shell mitteilte, erbringt das Kraftwerk mit 33 500 Solarmodulen eine Gesamtleistung von fünf Megawatt. Durch den so erzeugten Strom könnten jährlich 3700 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Shell investierte mehr als 20 Millionen Euro in den Solar-Standort Espenhain. Durch das Kraftwerk werden keine Arbeitsplätze in der Region geschaffen. Die Anlage werde ähnlich wie die auf einem Hausdach voll automatisch betrieben.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), der zur Inbetriebnahme ebenfalls anwesend war, bezeichnete die Anlage als Einstieg in eine neue Dimension der Erzeugung von Sonnenenergie. "Wir brauchen diese Entwicklung in die Megawattbereiche, damit durch die Massenproduktion von Solarzellen Sonnenstrom schneller billiger wird", erläuterte der Bundesumweltminister. In den vergangenen Jahren sei der Preis für Sonnenenergie um 50 Prozent gesunken. "Wir wollen diese rasche Entwicklung mit ehrgeizigen Zielen und einem gut abgestimmten Förderinstrumentarium fortsetzen", erklärte er.

Trotz der neuen Anlage befindet sich die Photovoltaik in Sachsen laut Steffen Flath noch am Anfang. Nur ein Prozent der Stromerzeugung werde derzeit durch Solarenergie abgedeckt. Das entspricht dem Jahresbedarf von 750 Haushalten.