Premiere

Erstmals Warnstreik in einem deutschen Atommeiler

Rund 150 Beschäftigte des Atomkraftwerks Biblis haben am Montag ihre Arbeit niedergelegt. Der letzte Ausstand von RWE-Beschäftigten liegt schon eine Weile zurück. Genau genommen haben die Mitarbeiter des heutigen Energiekonzerns das letzte Mal im Jahr 1919 für bessere Arbeitsbedingungen und für eine höhere Entlohnung gestreikt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Biblis (dapd/red) - Der Streik in Biblis ist nach Angaben der Gewerkschaft ver.di der erste in einem deutschen Atomkraftwerk überhaupt. Dessen Funktionsfähigkeit und Sicherheit sind bei dem Warnstreik nicht beeinträchtigt. Die dazu relevanten Abteilungen der Anlage mit ihren insgesamt rund 700 Mitarbeitern bleiben ausreichend besetzt. Ein RWE-Sprecher in Essen weist darauf hin, dass auch die Stromproduktion gesichert bleibt. ver.di-Fachbereichsleiter Frank Haindl geht aber schon davon aus, dass die Einbeziehung des Atomkraftwerks in den Warnstreik beim Vorstand des Energiekonzerns Eindruck macht.

Ab Dienstag (25. Januar) wird laut Gewerkschaftsangaben in Dortmund weiter verhandelt. Und wenn die Konzernspitze auch am Dienstag nicht nachgibt? "Dann könnte es tatsächlich soweit kommen, dass sogar die Mitarbeiter in Biblis die Arbeit niederlegen, so dass nur noch mit einer Notbesetzung gearbeitet werden kann", warnt ver.di-Mann Haindl und stellt einen unbefristeten Streik in Aussicht. Für einen solchen Fall müssten sich die Verantwortlichen in der Essener Konzernzentrale überlegen, ob es nicht besser wäre, den Reaktor herunterzufahren.

Soweit ist es aber noch nicht. Denn für einen richtigen Streik müsste erst einmal eine Urabstimmung angesetzt und deren Ergebnis abgewartet werden.